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Anwalt büßt auf Bewährung

WERNE Ein Werner Rechtsanwalt ist am Freitag vom Amtsgericht Lünen unter anderem wegen Veruntreuung von Mandantengeldern in zwei Fällen zu einer Freiheitsstrafe von zehn Monaten auf Bewährung verurteilt worden.

von Von Hubert Kramer

, 14.12.2007

Damit ging ein seit über zwei Jahren schwelender Rechtsstreit um den Verkauf eines Grundstückes sowie eines Ferienhauses auf der spanischen Insel Mallorca zu Ende. Der heute 58-jährige Jurist Dr. N. hatte den Feststellungen des Gerichtes zufolge Gelder vom eigentlich geschützten Notaranderkonto auf sein Geschäftskonto überwiesen und damit versucht, Finanznöte, in denen er wegen seines Engagements in den neuen Bundesländern steckte, zu beheben.

Geständnisse abgelegt

Die gestrige Hauptverhandlung vor einem erweiterten Schöffengericht verlief ohne Zeugenvernehmen, weil der Angeklagte letztlich umfassende Geständnisse ablegte. Im ersten Fall hatte der Angeklagte zunächst erklärt, dass sein inzwischen verstorbener Mandant ihm mündlich gestattet habe, 40 000 Euro vom Notaranderkonto als Darlehen abzuzweigen. Dies nahm ihm der Vorsitzende Richter Klein allerdings nicht ab. Stattdessen riet er Dr. N. zu überlegen, ob er die Straftat nicht vollends zugeben wolle. Davon könne letztendlich abhängen, ob das Strafmaß unter zwölf Monate auf Bewährung bliebe oder darüber hinausginge. Zur Erklärung: Die Anwaltskammer, der sich Dr. N. noch stellen muss, ist dem Vernehmen nach bei Strafen unter zwölf Monate eher geneigt, die Zulassung eines verurteilten Anwalts nicht einzuziehen.

Schaden beglichen

Diesem Rat folgte der Werner Jurist schließlich. "Mit Bedauern gebe ich zu, dass mein Fehlverhalten menschlich-rechtlich nicht in Ordnung war", präzisierte er sein Geständnis. Strafmildernd schlug auch zu Buche, dass der bis dato nicht vorbestrafte Jurist in beiden Fällen den Schaden komplett beglichen hatte - den einen mit etwa zweimonatiger, den zweiten, in dem es um 50 000 Euro ging, mit rund halbjähriger Verspätung. Außerdem hatte er freiwillig sein Notariat niedergelegt.

Mit in die Gesamtstrafe bezog Klein ein zweimaliges Fahren ohne Fahrerlaubnis ein. Von einer zusätzlichen Geldbuße sah das Gericht ab, weil der Anwalt derzeit in einem Insolvenzverfahren steht.

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