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Brandstiftungen: Anklage gegen fünf Personen

WERNE Die Staatsanwaltschaft in Dortmund hat Anklage gegen fünf Personen erhoben, die in zwei Brandstiftungen verwickelt sein sollen. Vier Personen kommen aus Werne. Dass der Eigentümer des Backshop-Pavillons nicht mehr verdächtigt wird, räumte jetzt die Staatsanwaltschaft ein.

von Von Rudolf Zicke

, 20.12.2007
Brandstiftungen: Anklage gegen fünf Personen

Dieser Backshop an der Lünener Straße brannte am 8. Februar 2006 völlig aus.

Die Anklage lautet auf Anstiftung zur Brandstiftung, schwere Brandstiftung, auf Versicherungsbetrug und Beihilfe zu den Delikten.

Konkret geht es um das Feuer, dem im August 2003 das Wohnhaus Westmauer 19 zum Opfer gefallen ist, sowie um den Backshop-Pavillon an der Lünener Straße, der im Februar 2006 ein Raub der Flammen wurde. „Das wird ein interessanter Indizienprozess“, glaubt Staatsanwältin Ina Holznagel. Denn bis auf einen 45-Jährigen Selmer, der bereits gestanden hat, das Haus an der Westmauer mit einem Feuerzeug angesteckt zu haben, weisen alle Beschuldigten die Vorwürfe zurück.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft soll im ersten Fall ein 52-jähriger Werner Geschäftsmann das denkmalgeschützte Haus an der Westmauer für 15 000 Mark erworben, den Auftrag zum Brand gegeben und anschließend von der Versicherung 60 000 Euro kassiert haben.Auf 70.000 Euro von der Versicherung spekuliert Der zweite Fall weicht auch für die Staatsanwaltschaft vom „Normalen“ ab. Der Vorwurf: Der Hersteller und Eigentümer des Backshop-Pavillons sowie seine beiden Pächter – ein Werner Bäcker-Ehepaar – sollen sich an den mutmaßlichen Anstifter des ersten Brandes gewandt haben, um den Pavillon ebenfalls „heiß abbrechen“ zu lassen.

Sie hätten auf 70.000 Euro von der Versicherung spekuliert, außerdem hätten die Pächter in einem Feuer auch die Möglichkeit gesehen, aus dem Vertrag herauszukommen und in einer Immobilie des 52-jährigen Geschäftsmannes – dem mutmaßlichen Auftraggeber des ersten Brandes – ein Café zu eröffnen. Pavillon mit Benzin angesteckt Der Geschäftsmann, so Holznagel, habe auch tatsächlich den geständigen Brandstifter zu einer erneuten Tat bewegen wollen, was dieser abgelehnt habe. Deshalb soll der Geschäftsmann einen bislang Unbekannten „besorgt“ haben, der den Pavillon mit Benzin angesteckt habe. Der 52-jährige Werner Geschäftsmann und der 45-jährige Selmer befinden sich weiter in Untersuchungshaft, die drei anderen Beschuldigten sind auf freiem Fuß.

Unternehmer nicht mehr angeklagt

Der Eigentümer des im Februar 2006 abgebrannten Backshop-Pavillons an Lüner Straße war, ein Werner Unternehmer, hat mit der Brandstiftung an dem Gebäude nichts zu tun und gehört demnach auch nicht zum Kreis der Angeklagten.

Das stellten gestern der Anwalt des Mannes, Frank Vormbaum, und PresseStaatsanwältin Dr. Ina Holznagel klar. Wie Holznagel zugestand, sei ihr bei der Auskunft gegenüber unserer Zeitung bedauerlicherweise ein Fehler unterlaufen; dies wollte sie gestern auch Rechtsanwalt Vormbaum telefonisch mitteilen.

Gegen den Unternehmer war zwar wegen des Verdachts der besonders schweren Brandstiftung ermittelt worden; das Verfahren sei aber mit Datum 3. Dezember nach Paragraph 170 Absatz 2 der Strafprozessordnung „mangels hinreichenden Tatverdachts“ eingestellt worden, so Dr. Ina Holznagel.

Vermittler eingeschaltet

Nichtsdestotrotz bleibt es bei der Zahl von fünf Angeklagten, berichtete die Staatsanwältin weiter. Der fünfte sei aber eben nicht der Unternehmer, sondern ein anderer Werner, der quasi als Vermittler für die Brandstiftung am Pavillon eingeschaltet worden sein soll.

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