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Das doppelte Kraftwerk soll kommen

WERNE/LÜNEN Die Katze scheint wohl endgültig aus dem Sack zu sein: Auch die Steag will in Lünen einen 750 Megawatt-Kraftwerksblock bauen.

von Von Peter Fiedler und Beate Rottgardt

, 31.08.2007
Das doppelte Kraftwerk soll kommen

Kritische Bürger im Lüner Hansesaal beim Erörterungstermin.

Die Bestätigung dafür kam am Donnerstag  von der Konkurrenz am dritten Tag des Erörterungstermins zum geplanten Trianel-Steinkohlekraftwerk im Stummhafen.

Sowohl Trianel-Jurist Dr. Christoph Riese wie auch Geschäftsführer Manfred Ungethüm gaben auf Nachfragen von Einwendern eindeutig zu verstehen, dass Steag Ausbau-Absichten am Standort Lünen habe. Der Zeitpunkt bleibt allerdings nach wie vor offen. Die Kraftwerksgegner fordern nun vehement: Die zu erwartenden Umweltbelastungen beider Kraftwerksbauten müssen in das Genehmigungsverfahren für das Trianel-Kraftwerk einfließen.

Einwender: Genehmigung ist fraglich

Dann, so glauben die Einwender im Erörterungstermin, werde die gesetzliche Irrelevanzschwelle überschritten und eine Genehmigung sei fraglich. Die Gegner weiterer Großfeuerungsanlagen am Standort Lünen wären am Ziel.Doch Trianel und Bezirksregierung sehen die Sache anders: Für Trianel bestehe keinerlei gesetzliche Verpflichtung, einen potenziellen Neubau der Steag, der noch überhaupt nicht beantragt und technisch konkretisiert worden sei, im Genehmigungsantrag zu berücksichtigen, erklärte Anwalt Dr. Riese.

Bezirksregierung: Noch liegt kein Antrag vor

Prof. Dr. Johannes Hofnagel, einer der Einwender, warf dem Unternehmen vor, von dem Kraftwerk der Steag zu wissen, es aber in der Umweltverträglichkeitsprüfung nicht zu berücksichtigen: „Das ist scheinheilig.“Klaus Tillmann, der für die Bezirksregierung den Erörterungstermin leitet, wiederholte noch einmal, dass kein Steag-Antrag vorliege. Insofern habe seine Behörde „kein Recht und keine Pflicht“, schon jetzt von zwei Kraftwerksneubauten auszugehen.Steag-Sprecherin Sabrina Herich bekräftigte auch gestern auf Anfrage, dass die Entscheidung über einen weiteren Kraftwerksblock erst Ende des Jahres falle.Jörg Gödeke (Naturschutzverbände) forderte die Bezirksregierung auf, eine Genehmigung für Trianel an eine Verzichtserklärung der Steag zu knüpfen.

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