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Den Altstadt-Charme wahren – mit klaren Regeln für alle

Werbung in der Werner Innenstadt

Werbung ja, Außengastronomie ja – aber bitte nicht so wie jetzt. Im Frühling fällt der Startschuss für eine einjährige Analyse der Werner Innenstadt. Das Ziel: den Charme der historischen Altstadt aufrechterhalten. Aufhorchen müssen Eigentümer, Händler und Gastronomen. Nun gibt es erste kritische Stimmen aus der Politik.

Werne

, 06.03.2018
Den Altstadt-Charme wahren – mit klaren Regeln für alle

Werbung ja, aber nicht so wie jetzt: Mithilfe eines externen Büros will die Verwaltung klare Regeln für die Gestaltung der Innenstadt aufstellen. © Jan Hüttemann

Im Frühling – wenn die Stühle wieder draußen stehen – geht’s los. Transparenz heißt das Stichwort, auf das die Verwaltung dann setzt. Wie berichtet, will die Stadt mithilfe eines externen Büros einen Leitfaden für die Gestaltung der Innenstadt erstellen – und dafür Händler, Gastronomen und Eigentümer ins Boot holen.

„Das Ganze ist ein Prozess“, sagt Stadtplaner Ralf Bülte. „in den wir alle Beteiligten einbeziehen wollen.“ Bestehende Satzungen seien in den vergangenen Jahren relativ unbemerkt beschlossen worden – ein runder Tisch und ein Bürgerforum zum Thema Innenstadt sollen das in Zukunft ändern.

Außengastronomie und Werbung

In einem angepeilten Zeitraum von einem Jahr und nach einer umfangreichen Analyse des jetzigen Stadtbildes soll das Handbuch stehen, das bestimmte Regeln beinhalten wird: Konkret geht es etwa um die Fassadengestaltung, die Bestuhlung der Außengastronomie und um Werbung in der Fußgängerzone.

„Es gibt eine Satzung, aber die müssen wir modernisieren“, sagt Petra Göbel, die Denkmalschutzbeauftragte der Stadt Werne. Vor allem beim Thema Werbung hätte es früher zum Beispiel keine LED-Beleuchtung und keine sogenannten „Beachsflags“ gegeben.

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Nun will die Verwaltung ausloten, wie man in Zukunft damit umgeht – ohne die Werbung komplett aus der Innenstadt zu verbannen, gleichzeitig aber den historischen Altstadt-Charme zu wahren und ein einheitliches Bild zu schaffen. „Da wird es noch Diskussionen geben“, ist sich Bülte sicher.

Mit Steuergeldern private Werbung finanzieren?

Die politische Diskussion gab es schon: „Jetzt machen wir für 40.000 Euro eine Broschüre – und die wird dann wieder nicht eingehalten“, fragte etwa Andreas Heinecke (SPD) nach der Verbindlichkeit für dieses Regelwerk. Hier will die Verwaltung auf die Freiwilligkeit der Eigentümer, Händler und Gastronomen setzen.

Und: Wer zum Beispiel seine Werbung später an die historische Altstadt anpasst, könnte von einem Verfügungsfonds profitieren, also einen finanziellen Zuschuss für die Umsetzung bekommen. „Letztendlich ist das Steuergeld und wir bezahlen dann zu 50 Prozent private Werbung“, kritisierte Artur Reichert (FDP) die Idee im jüngsten Planungsausschuss. „Da habe ich Bauchschmerzen.“

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