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Der Rentner an der Säge

WERNE "Als Rentner muss man sich doch irgendwie beschäftigen". Sagt Felix Prause. Der ist 81 Jahre alt. Und hat sich in in mühsamer Handarbeit eine feine Sammlung an Schwibbögen zurecht gesägt.

von Von Helga Felgenträger

, 14.12.2007

Die Devise von Felix Prause ist verständlich. "Als Ruheständler hat man viel Zeit und viele Ideen", erzählt der heute 81-Jährige und begann vor vier Jahren mit den Laubsägearbeiten. Eine Beschäftigung, die ihn seitdem nicht mehr loslässt.  "Weit über 100 Stück müssten es sein, ich hab sie gar nicht mehr gezählt", sagt der gelernte Zimmermann aus der Lohstraße 17 und präsentiert seine Sammlung.

In seiner Werkstatt hinter seinem Wohnhaus sieht es heimelig aus, auf den Fensterbänken stehen ausgesägte Schwibbögen, Glocken baumeln von der Decke, jede Ecke ziert ein kleines Kunstwerk oder liegen auf dem Tisch, wo der letzte Schliff noch angebracht werden muss. "Zwei Tage lang brauche ich etwa für einen Schwibbogen", spricht der Rentner von seinen Lichtbögen, die ihren Ursprung im Erzgebirge haben und meist Motive aus dem Bergbau zeigen.

Kleine Hexenhäuschen, Jäger und Pilzsammler

Doch seine Bögen weisen die unterschiedlichsten Motive auf. Prause zeigt auf einen Stapel Transparent-Papier, auf dem er seine Motive aufgezeichnet hat. Kleine Hexenhäuschen, vor dem eine strickende Oma sitzt, ein Jäger und ein Pilzsammler mit Korb auf dem Rücken vorbeilaufen.

"Es sind Motive aus meiner Heimat", erinnert sich Prause an seine Kindheit in Schlesien, wo er aufgewachsen ist und mit seinem Vater oft zum Pilze sammeln unterwegs war. Für die Fertigung seiner Arbeiten sucht sich der Zimmermann nur gutes Holz aus. Muss es stabil sein, bevorzugt er Buchenholz. Ansonsten reicht sechs Millimeter dickes Sperrholz, zumeist Pappelholz.

Festgelegter Arbeitsablauf

Die Entstehung der Lichterbögen folgt immer dem gleichen Arbeitsablauf: das Motiv wird mit Hilfe des Pauspapiers auf die Sperrholzplatten, die provisorisch festgenagelt wurden, übertragen und anschließend ausgesägt.

Danach geschliffen, mit Folie hinterlegt, Abstandshölzern versehen und mit einer Lichterkette geschmückt. Fertig ist die Laube, freut sich Prause und erfreut auch andere mit seinen Arbeiten. "Vor allem zur Weihnachtszeit sind die Schwibbögen heiß begehrt", so war er auch in der Vergangenheit auf dem Weihnachtsmarkt bei Bleckmanns immer vertreten.

Nur in diesem Jahr klappt es leider nicht. Da wird er sich um seine kranke Frau kümmern. Prause hat ein großes Herz: Auch der Erlös aus dem Verkauf spendet der Rentner der Hermann-Gmeiner-Stifung.

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