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Ein Jahr nach Kyrill

WERNE Der Schrecken erhielt einen Namen: „Kyrill“. Vor einem Jahr fegte der Orkan über die Lippestadt. Durch die Luft fliegende Dachpfannen, umstürzende Bäume, beschädigte Autos waren die Folge. Das einzig Positive: In Werne wurde kein Mensch durch den Sturm verletzt.

von Von Rudolf Zicke

, 18.01.2008
Ein Jahr nach Kyrill

Das Kassenhaus der Freilichtbühne haben diese Bäume nur knapp verfehlt.

Das allerdings ist vor allem einigen glücklichen Umständen zu verdanken. So hatten mehrere Werner Feuerwehrleute mindestens ein Dutzend aufmerksamer Schutzengel, als sie zu nächtlicher Stunde auf der Südkirchener Straße umgestürzte Bäume von der Fahrbahn räumten.

Kaventsmann knallte auf Einsatzwagen

Urplötzlich und ohne jede Vorwarnung krachten rund um die Wehrleute weitere Bäume zusammen. Mit viel Glück gelang es den Helfern, sich unverletzt zurückzuziehen. Nicht weniger „Dusel“ hatte die Besatzung eines Fahrzeuges der Herberner Feuerwehr, die den Werner Kollegen Amtshilfe leistete. Ein ins Wanken geratener Kaventsmann knallte auf ihren Einsatzwagen, der anschließend nur noch Schrottwert hatte.

Dass Strom- und oberirdische Telefonleitungen zerrissen, Gartenlauben wie Kartenhäuser zusammen fielen und Schilder umgefegt wurden, war da eigentlich Nebensache. Allein die Feuerwehr fuhr an den drei Sturmtagen rund 120 Einsätze, zeitweise unterstützt durch die Mitarbeiter des städtischen Bauhofs.

Bahn-Kunden haben schlechte Erinnerungen

Der Stadtwald wurde aus Sicherheitsgründen gesperrt, was leichtsinnige Jogger indes nicht davon abhielt, die Sperren zu umkurven und sich auf im wahrsten Wortsinn unsicheres Terrain zu begeben. In schlechter Erinnerung ist „Kyrill“ sicher noch zahlreichen Bahn-Kunden: Der Zugverkehr zwischen Münster-Werne-Dortmund wurde eingestellt.

Und schließlich schloss die Stadt aus Sicherheitsgründen ihre Turnhallen und Außensportanlagen; die Schulen beendeten vorzeitig ihren Unterricht, schickten die Kinder nach Hause bzw. ließen sie von den Eltern abholen. Und sogar die Gesellschaft der Musikfreunde wurde zum Opfer des Orkans: Viele Musikliebhaber blieben vorsichtshalber zu Hause, statt das Konzert des Rastelli-Quartetts zu besuchen – es wurde deshalb im Juni wiederholt.

Mit blaumen Auge davon gekommen

„Alles in allem aber“, so das Fazit von Bauhofleiter Jürgen Hetberg, „ist Werne mit einem blauen Auge davon gekommen. Überhaupt nicht zu vergleichen mit der Katastrophe, die sich z.B. im Sauerland abgespielt hat.“

Aus diesem Grunde habe die Stadt Werne auch keine Gelder aus dem Solidaritätsfonds der Europäischen Union beantragt, mit denen Kyrill-Schäden ausgeglichen werden sollen.

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