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Eltern haben weniger Zeit

WERNE Weihnachten steht vor der Tür, und jeder verbindet Kindheits-Erinnerungen damit. Was wird den Kindern von und über Weihnachten vermittelt? Unser Redakteur Wolfgang Gumprich ging dieser Frage im Kindergarten Zwergenburg im Gespräch mit Leiterin Stephanie Kißmann und Silke Möller nach.

18.12.2007

Zu meiner Kindergartenzeit, in den 50-ern wurde im Kindergarten St. Josef eine Krippe aufgebaut. Wie sieht das heute aus?

Kißmann: Die große Krippe gibt es noch, sie wird aber nicht mehr aufgebaut. Möller: Heute hat jede Gruppe eine eigene Krippe und geht individuell mit dem Thema um.

Nämlich wie?

Möller: Wir haben in unserer Gruppe unter reger Beteiligung der Eltern einen Adventskalender aus Häuschen gebaut, sie ergeben die Weihnachtsstadt. Die Krippe gilt dabei als Endpunkt der Stadt. Jeden Tag wird eine Adventsgeschichte erzählt, das ist schon ein richtiges Ritual.

Singen Sie noch Advents- oder Weihnachtslieder mit den Kindern?

Möller: Fast täglich trifft sich der ganze Kindergarten zum Morgenkreis, unser Kollege Willi Leitow begleitet uns auf seiner Gitarre, wir singen traditionelle und neue Weihnachtslieder. Meine Gruppe hat Plätzchen gebacken mit dem Fleischwolf, das fanden die Kinder spannend.

Können Sie auf eine „religiöse Vorerfahrung“ bei den Kindern bauen?

Kißmann: Sie ist geringer geworden, Weihnachten wird als Konsum- und Geschenkfest gesehen, Weihnachten heißt für die meisten Kinder „etwas kriegen“.

Können Sie dagegen halten?

Kißmann: Wir bringen unseren christlichen Anteil ein, wir halten Gottesdienste, erzählen biblische Geschichten. Bei der Nikolausfeier kam der Nikolaus nicht in Rot-Weiß, sondern als Bischof, der etwas Gutes für die Kinder getan hat.

Machen dabei die nicht-christlichen Kinder mit?

Möller: Die Kinder sind sehr aufgeschlossen, sie machen alle ohne Unterschied mit.

Gibt es Eltern, die es nicht wollen?

Kißmann: In beiden Einrichtungen (St. Josef und Zwergenburg, die Red.) haben wir zusammen 160 Familien, darunter höchstens 30 muslimische Familien. Deren Kinder beteiligen sich alle an den Wortgottesdiensten.

Worauf führen Sie zurück, dass sich Weihnachten in der Betrachtung geändert hat?

Möller: Die Eltern nehmen sich weniger Zeit, haben auch weniger Zeit, da oft beide berufstätig sind.

Kißmann: Es gibt auch noch viele traditionell ausgerichtete Familien; allgemein stelle ich aber einen deutlichen Unterschied zu meiner eigenen Kindergartenzeit fest.

Wie feiern Sie Weihnachten?

Kißmann und Möller: Im Kreise unserer Familien.

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