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Flora und der Mensch

Neue Sonderausstellung im Naturkundemuseum Münster: «Pflanzenwelten»

22.05.2007

Pressereferentin Bianca Fialla machte sich auf der 1000 Quadratmeter großen Ausstellungsfläche zwischen Vitrinen mit mehr als 1000 botanischen Exponaten, Videoinstallationen und spannenden Schautafeln auf die Suche nach dem verschollenen Kollegen. Sie fand ihn, wo sie ihn nie vermutet hätte: Im Kern einer Pflanzenzelle, just damit beschäftigt, die Innenbeleuchtung zu verkabeln... Was in der Natur winzig klein ist, ist im Naturkundemuseum auf 350 000-fache Größe angewachsen. Ohne Probleme hat eine komplette Schulklasse Platz in dem futuristisch illuminierten Zellmodell aus Draht, Gips und Folie. Einen Monat haben Michael Böckmann und sein Präparatoren-Team daran gebastelt. Selbst für die versierten Tüftler eine Herausforderung. «Denn eigentlich suchen wir Fossilien und bauen Dinosaurier nach - aber keine mikroskopisch kleinen Pflanzenteile», erklärt der Paläontologe. Der Fußmarsch durch die Pflanzenzelle fällt bei der generell eher konservativ gestalteten Ausstellung aus dem Rahmen. Ebenso das künstliche wie kunstvolle Duplikat einer mächtigen Eiche (mitsamt ihren typischen Bewohnern) und die zweieinhalb Meter hohe Pappmaché-Kopie einer Wiesenschaumkrautblüte, die in Wirklichkeit nur knapp einen Zentimeter misst. «Wir wollen Einblicke bieten in die oftmals verborgene Welt der Pflanzen», sagt Ausstellungsmacherin Katharina Crazius. Mit Dr. Bernd Tenbergen hat sie die Sonderschau entwickelt, sich für die Umsetzung vier Jahre Zeit genommen - «und gut davon profitiert, dass das Naturkundemuseum allein mit 170 000 konservierten Pflanzen, oft mehrere Hundert Jahre alt, die größte botanische Sammlung Nordrhein-Westfalens besitzt.» Bewusst haben Tenbergen und Crazius auf eine rein wissenschaftliche Darstellung der vielfältigen Wechselbeziehung zwischen Flora und dem Menschen verzichtet. Gerade Kinder sollen mit dem Stoff etwas anfangen können, Pflanzen biologisch, als Rohstofflieferant und als Geschichte schreibendes Kulturgut verstehen. «Denn Pflanzen begegnen uns überall, nicht nur auf der Fensterbank, im Garten und auf der Wiese», so Tenbergen. Die wertvollsten Exponate sind gleichzeitig zwei Kuriositäten: «Schröders Artzneyschatz», das erste deutschsprachige Arzneibuch aus dem Jahre 1641. Und die «Xylothek» mit 80 aufklappbaren Holzbüchern, in denen auf Moos gebettet die kennzeichnenden Teile einzelner Bäume und Blumen lagern. Das Holz-Herbarium stammt aus Bad Berleburg und ist jetzt erstmals vollständig zu sehen ist. Christoph Walter Die Ausstellung «Pflanzenwelten - Menschen, Pflanzen, Geschichten» läuft bis zum 27. April 2008 im LWL-Museum für Naturkunde am Allwetterzoo. Öffnungszeiten: Di. bis So. 9 bis 18 Uhr. Infotelefon: 02 51/5 91 05.

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