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Freispruch für 24-Jährigen

WERNE Happy End für einen jungen Mann aus Werne: Nach sechs Monaten Psychiatrie durfte der 24-Jährige am Freitag wieder zu seiner Familie zurück. Und das, obwohl er die Wohnung seiner Eltern im Februar in Brand gesetzt und seinen Vater mit einem Messer attackiert hat (wir berichteten).

von Von Jörn Hartwig

, 17.08.2007

Doch dafür kann der psychisch kranke und minderbegabte Mann nicht bestraft werden, wie das Dortmunder Landgericht per Urteil entschieden hat.

Wusste nicht, was er tat

Der Anklagte hat zur Tatzeit unter einer schizophrenen Psychose gelitten und wusste wahrscheinlich nicht mehr, was er damals tat. So hat es Psychiaterin Marianne Miller den Richtern der 39. Strafkammer am Freitag erklärt. Die Folge: Freispruch. Ganz zurück in sein altes Leben darf der 24-Jährige aber trotzdem nicht. Sollte er in den nächsten Jahren seine Medikamente nicht einnehmen und sich nicht an die Vorgaben der Ärzte halten, droht ihm die sofortige Rückkehr in die Psychiatrie. Außerdem darf der Werner keine Drogen mehr nehmen. „Das ist Gift für Sie“, sagte Richter Peter Windgätter in der Urteilsbegründung.

Drogen sind Gift

Staatsanwältin Carola Jakobs hätte den Beschuldigten gern noch länger in der geschlossenen Psychiatrie gelassen. Wörtlich sagte die Anklägerin: „Mir erscheint es heute noch zu gefährlich, ihn freizulassen.“ Das sahen die Richter allerdings anders. Weil die Eltern weiter zu ihrem Sohn stehen, glauben sie, dass er schon jetzt genügend Halt haben wird. Der 24-Jährige selbst ist ebenfalls zuversichtlich. „Ich werde keine Drogen mehr nehmen“, sagte er den Richtern mit kindlicher Stimme. Seine Eltern hoffen, ihn demnächst in einer Behindertenwerkstatt unterbringen zu können. Um seinen Tag zu strukturieren.

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