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Hündin Choni zieht Kätzchen Tessi auf

WERNE Da sage mal einer, Hunde und Katzen können einander nicht ausstehen. Bei Tibet-Terrier Choni und Perserkätzchen Tessi ist das nicht der Fall. Die Hündin kümmert sich rührend um den kleinen Pelztiger, den sie zurzeit aufzieht.

von Von Hubert Kramer

, 24.08.2007
Hündin Choni zieht Kätzchen Tessi auf

Choni zieht Tessi wie einen eigenen Welpen auf.

Rechts auf dem Sideboard steht ein Aquarium mit Zierfischen. Hinten links ist ein Welpengehege aufgebaut, in dem das Perserkätzchen Tessi eine Bleibe gefunden hat. Und ringsherum überdimensionale Wollknäuel.

Wollknäuel? Nein, das sind in Wahrheit vier Tibet-Terrier, die der Familie Loyda mitunter das Wohnzimmer streitig machen. Im Moment aus einem guten Grund: Choni, eine Hündin aus dem Quartett der zottigen Tiere, zieht Tessi wie einen eigenen Welpen auf. Derweil achten die drei anderen Vierbeiner argwöhnisch darauf, dass weder Mensch noch Tier die ungewöhnliche Idylle stört.

Hündin durchlebt eine Art Scheinschwangerschaft

"Choni spielt das volle Programm einer Hündin, die gerade entbunden hat", sagt Petra Loyda, "sie umtüttelt das Kätzchen, säugt es und versteht überhaupt keinen Spaß, wenn sie irgendwo Gefahr aufziehen sieht." Die 38-jährige Wernerin hat für dieses kleine Wunder eine plausible Erklärung: "Choni hatte vor gut 60 Tagen Hitze, das heißt, sie war empfängnisbereit. Sie ist aber nicht belegt worden. Jetzt durchlebt sie eine Art Scheinschwangerschaft."

Deshalb habe Choni das so genannte Perser-Mix-Kätzchen als eigenen Nachwuchs angenommen und sei auch in der Lage, ihm Milch zu geben. Und tatsächlich: Wenn Tessi, die Petra Loyda kürzlich von Südkirchener Tierschutzfreunden bekommen hat, Hunger verspürt, legt sie sich an Chonis Zitzen und lässt es sich schmecken.

Nur ein Wesen im Hause der Loydas kann das gar nicht gut haben: Melli, eine Ragdoll-Katze, rümpft die Nase. "Sie ist beleidigt", hat Petra Loyda ein sicheres Gespür für das, was in den Tieren, die sie umgeben, vorgeht. Das kommt nicht von ungefähr. Die Mutter zweier Jungen und zweier Mädchen züchtet seit Jahren Tiere. Hasen, Kaninchen, Miniatur-Widder und besagte Tibet-Terrier. Haus und Garten sind komplett auf das ursprüngliche Hobby, das längst zum Beruf geworden ist, abgestimmt.

Die Loydas sind nicht nur eine ungewöhnliche, sondern irgendwie auch eine einfach riesige Familie: Ehemann Michael (44) sowie die Kinder Isabele (18), Caroline (17), Christopher (11) und Justin (8), dazu die Tibet-Terrier Choni, Karuna, Fee und Tara (die Anfang September wirft) und natürlich nicht zu vergessen der derzeitige Mittelpunkt Tessi sowie die zickige Melli.

Alltägliches Chaos

Wer soll da den Überblick behalten? "Ach, an das alltägliche Chaos habe ich mich gewöhnt", bleibt Petra Loyda ganz gelassen.

Einem ruhigeren Hobby geht Ehemann Michael nach. Auch er züchtet Tiere, aber in einem ganz anderen Element: In seinem Gartenteich glitzern japanische Kois-Karpfen. Natürlich ist das Aquarium im Wohnzimmer ebenfalls seines. Herzzerreißende Szenen wie mit Choni und Tessi spielen sich dort drinnen und draußen nicht ab... 

 

Der Tibet-Terrier stammt aus den Bergen des Himalaya, die auch als das "Dach der Welt" bezeichnet werden. Die Namensgebung "Terrier" ist allerdings falsch, da ein Tibeter keinen Jagdinstinkt besitzt. Er ist vielmehr ein Hüte- und Familienhund. Info unter Tel. (02389) 53 43 60.

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