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Jungen hinken hinterher

WERNE Jungen bleiben häufiger sitzen, etwa jeder zehnte bleibt ohne Abschluss und an Hauptschulen sind sie im Vergleich zu Mädchen in der Überzahl.

von Von Helga Felgenträger

, 10.03.2008

 Zu diesem Ergebnis kam jetzt eine Studie des Ministerium für Bildung und Forschung (BMBF) zum Thema "Bildungs(miss)erfolge von Jungen und Berufswahlverhalten bei Jungen".

Gibt es bald einen Boys´ Day?

Sind männliche Zeitgenossen weniger motiviert? Könnte ein Boys´´  Day - ähnlich wie der Girls´ Day - Abhilfe schaffen?

"Über ein Förderprogramm für Jungen haben wir bereits nachgedacht", sagt der stellvertretende Schulleiter Heinz-Joachim Auferoth  vom Anne-Frank-Gymnasium. Er registriert einen starken Leistungsabfall bei Jungen bereits in der Erprobungsphase. "Es geht oft ganz rapide bergab", stellte er fest, dass sich die schulischen Leistungen innerhalb von wenigen Wochen verschlechtern. Die Nachfrage im Elternhaus bringt dann Klarheit. "Unser Sohn sitzt ständig am Computer", lautet oft die Antwort. Dieses Phänomen, die grenzenlose Faszination der Computerwelt, trete zumeist bei Jungen auf. Mädchen ließen sich nicht so leicht entfesseln und erledigten pflichtbewusst ihre Hausaufgaben, meint Auferoth.

Mädchen übernehmen häufiger ein Ehrenamt

Ähnliche Erfahrungen machte das Christophorus-Gymnasium im Zusammenhang mit hochbegabten Jungen. "Sie zu fördern ist viel schwieriger als Mädchen", erläutert Dr. Jörgen Vogel. Jungen handelten mehr nach dem Lustprinzip. "Es muss ihnen Spaß machen, sonst geben sie schnell auf", so der Schulleiter. Auch außerhalb des Unterrichts hinken die Jungen hinterher. So seien die Mädchen bei Ehrenämtern wie Patenschaft oder Messdiener-Dienst viel häufiger zu finden. Auch Dr. Vogel denkt bereits über ein Förderprogramm speziell für Jungen nach.

Elternhaus spielt eine große Rolle

"Die Leistung der Schüler hängt stark vom Elternhaus ab", merkt Schulleiterin Ursula Jahn-Gilles von der Konrad-Adenauer-Realschule an. Sie rät den Eltern, immer in Kontakt mit den Kindern zu bleiben und die Kontrolle über die virtuelle Nachmittagsbeschäftigung zu behalten. Wenn Mädchen am Computer sitzen, so würden sie jetten und seien so zumindest kommunikativ.

An den Grundschulen wirke sich die Computerfaszination der Jungen noch nicht auf das Lernverhalten aus. Für die Schulleiterin Klaudia Funk-Börgershausen ist die Koedukation entscheidend. Um Jungen und Mädchen zu ihrer eigenen Identität verhelfen zu können, bietet die Schule geschlechtsspezifische Leseangebote an.

Computerverbot wirkt Wunder

Heilende Wirkung im Umgang mit dem Medium Computer hat Heinz-Joachim Auferoth für die Eltern. Damit sich die Situation entspannt und die "Sucht" durchbrochen wird, solle man ?mal ein komplettes Computerverbot aussprechen. "Das wirkt Wunder", so Auferoth.

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