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Käfer mit Fresslust

WERNE Die Stadt hat einen neuen Einwohner: den asiatischen Marienkäfer, bekannt für seine unbändige Fresslust. Statt 50 Läusen - so viel, wie unser heimischer Siebenpunkt-Käfer täglich vertilgt - kommen deren asiatische Artgenossen auf bis zu 270 Stück am Tag.

von Von Helga Felgenträger

, 15.10.2007
Käfer mit Fresslust

Erkennungsmerkmal: schwarz-gelbes Kopfschild mit schwarzer W-Zeichnung und einer Vielzahl an schwarzen Punkten.

 Viele Werner Bürger beobachteten das possierliche Tierchen mit lateinischem Namen "Harmonia axyridis" in Massen an ihren Häusern.

"Auf der Suche nach einem Winterquartier krabbeln sie auch in Wohnungen und sammeln sich hier gerne in Ecken und Fensterleibungen", beobachteten die Bürger. Am Wochenende wurden sie zu Hauf an der Fassade des Schlosses Cappenberg gesichtet, erzählten Wanderer jetzt den Ruhr Nachrichten.

Der asiatische Marienkäfer mag es warm

"Draußen wird es ihnen zu kalt", erklärt Burkhard Klinkhammer von der Werner Stadtverwaltung, Fachbereich Umwelt und Verkehr. Ähnlich wie der heimische Marienkäfer bevorzugen sie zwar Mulch oder Laubreste im Garten, doch anders als der Siebenpunkt-Käfer lieben sie die warme Stube.

Deutliches Erkennungsmerkmal: "Das schwarze W auf seinem Kopfschild und etwa 19 Punkte auf beiden Flügeln", beschreibt der Landschaftsökologe das Aussehen der Nützlinge, die Ende des 20. Jahrhunderts zur biologischen Schädlingsbekämpfung in Gewächshäusern nach Europa eingeführt wurden.

Larven heimischer Käfer stehen auf dem Speiseplan

In dem Vielfraß sieht Burkhard Klinkhammer im Übrigen nicht nur einen Nahrungskonkurrenten des heimischen Siebenpunkt-Käfers. "Auf seinem Fressplan stehen auch die Larven der heimischen Käfer", so der Fachmann und schließt nicht aus, dass es zu einer Verdrängung des Siebenpunktkäfers kommen könnte.

Wo immer sich die asiatischen Plagegeister auf der Suche nach einem Winterquartier versammeln, ob in Zimmerecken, Türleibungen oder Fensterbänken, sollte nicht die Vernichtungsmethode Staubsauger eingesetzt werden. "Ich würde ein Glas nehmen und die Tierchen von der Wand leicht abkratzen", empfiehlt der Ökologe, sie im Garten oder im Schuppen freizusetzen.

 

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