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Keine Bonbons, da steckte 24-Jähriger Wohnung in Brand

WERNE/DORTMUND Als er im Schrank nichts Süßes fand, gab er seinem Vater Saures: Wegen gefährlicher Körperverletzung und Brandstiftung muss sich seit Donnerstag ein offenbar geistig verwirrter Mann (24) aus Werne vor dem Dortmunder Landgericht verantworten. Heute wird das Urteil erwartet.

von Von Martin von Braunschweig

, 17.08.2007

Es geschah in der Nacht auf den 27. Februar: Um kurz vor drei Uhr schlich sich der junge Angeklagte mit einem Schlüssel in die Wohnung seiner Eltern an der Stockumer Straße. "Ich wollte Bonbons", erinnerte er sich gestern. Was danach passierte, ist ihm dagegen nur schemenhaft im Gedächtnis geblieben.

Erst schnappte er sich ein Messer, ging im Schlafzimmer auf seinen Vater los und verletzte ihn leicht. Anschließend steckte er im Wohnzimmer eine herum liegende Hose an und entfachte damit ein Feuer, das die ganze Wohnung für Wochen unbenutzbar machte.

Schizophrene Psychose

Ein vorläufiges Gutachten hat ergeben, dass der Angeklagte damals offenbar an einer akuten schizophrenen Psychose litt - möglicherweise ausgelöst durch Kokain und Amphetamine, die er im Vorfeld der Tat genommen haben soll. Zurzeit ist der Mann vorläufig in der Psychiatrie in Eickelborn untergebracht. Im Prozess wirkte er langsam, fahrig und unkonzentriert. Die Staatsanwaltschaft fordert schon jetzt seine dauerhafte Einweisung in die Klinik.

"Ich war damals öfter traurig"

Begonnen haben soll alles während seiner Zivildienst-Zeit im Krankenhaus. "Ich war damals öfter traurig", sagte der 24-Jährige den Richtern. Schon zu dieser Zeit hätten ihm Ärzte dazu geraten, sich untersuchen zu lassen. Dies habe er zunächst abgelehnt. Stattdessen lebte der Mann in seiner Wohnung im gleichen Haus, wo auch die Eltern wohnten, vor sich hin. So mancher Tag wurde schlicht verschlafen. Auch nach der Attacke auf seinen Vater packte den 24-Jährigen offenbar die Müdigkeit. Stunden später wurde er damals in einem Gebüsch unweit des Hauses wach - das Messer in den blutigen Händen.

Das Urteil wird für heute erwartet und im Laufe des Tages hier veröffentlicht.

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