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Klimaschutz oder Lichterglanz?

WERNE Licht aus für den Klimaschutz. Fünf Minuten Dunkelheit am Samstagabend. Einige Großstädte legten die Schalter um. Und in der Lippestadt? Strom aus für den Umweltschutz oder Lichterglanz zum Advent?

von Von Helga Felgenträger

, 11.12.2007
Klimaschutz oder Lichterglanz?

Hell erleuchtet war die Innenstadt auch am Samstagabend, als zum Licht ausschalten aufgerufen wurde.

 

Während der Kölner Dom, das Brandenburger Tor oder der Dortmunder Weihnachtsbaum für den Klimaschutz die Lichter ausschalteten, erstrahlte Werne am Samstagabend weiterhin in vollem Lichterglanz.

"Das wäre ja mörderisch gewesen, hätten wir zur Hauptaktionszeit auf dem Weihnachtsmarkt die Lichter ausgeschaltet", tönt Jochen Höinghaus vom Stadtmarketing und hält von der Klimaschutzaktion - zumindest für die Innenstadt - nicht viel. Umweltschutzorganisationen hatten am Samstagabend von 20 Uhr bis 20.05 Uhr dazu aufgerufen, Energie zu sparen und fünf Minuten den Strom abzustellen.

"Ich habe von der Aktion nichts gewusst."

"Was hätten wir denn ausmachen sollen?", stellt Wendelin Jücker vom Hochbauamt auf unsere Anfrage eine Gegenfrage. Städtische Gebäuden sind samstagsabends sowieso dunkel. Ampeln und Straßenbeleuchtung außer Betrieb zu setzen, wäre zu gefährlich gewesen. "Außerdem habe ich von der Aktion nichts gewusst", ist Jücker ehrlich und hat es am Samstagabend nur deshalb festgestellt, "weil mein Bildschirm schwarz blieb." So tappte er beim "Googlen" im Dunkeln. Die Suchmaschine hatte sich der Aktion auf diese Weise angeschlossen.

"Uns war das zu gefährlich", meint Dechant Klaus Martin Niesmann von den beiden Fusionskirchengemeinden St. Christophorus und Maria Frieden. Noch am vergangenen Wochenende sei ein Passant auf dem Kirchplatz gestürzt und zudem habe er momentan durch die Baustellensituation keinen richtigen Zugriff auf den Schaltkasten an der Kirche. Inwieweit der Strom vielleicht mal an der Kirche Maria Frieden, die abends taghell erstrahlt, reduziert werden müsse, darüber könne jetzt noch nichts gesagt werden. "Als neuer Pfarrer der Fusionsgemeinden muss ich mich erstmal einarbeiten", meint Niesmann, er sei doch erst eine Woche im Amt.

Keine Spuren im Netz hinterlassen

Auch die Ortspolitiker der Umweltpartei Bündnis 90/Die Grünen hielten sich bei "Deutschlands größter Umweltaktion", wie einige Medien titelten, zurück. "Wir konzentrieren uns auf die Kommunalpolitik", sagte Benedikt Striepens auf unsere Anfrage und hatte von einem Aufruf in der Werner Bevölkerung abgesehen.

Aber einige Bürger betätigten offensichtlich doch den Lichtschalter. Beim Gersteinwerk, RWE Power, hinterließ die Aktion zwar keine größeren Spuren. "Doch geringfügig war unser Netz belastet", teilte Öffentlichkeitsmitarbeiter Michael Hüttemann aus Stockum mit.

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