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Shooting zwischen den Hochöfen

WERNE Oliver Bandel kleidet sich nicht außergewöhnlich, sieht ziemlich normal aus. Henrike hingegen fällt auf: dick geschminkt, schrill und bunt gekleidet, mit hohen Plateau-Stiefeln und zerrissener Strumpfhose. Wer dieses Paar kennen lernen möchte, der sollte sich mal auf den Industrieruinen des Ruhrgebiets umschauen.

von Von Arne Niehörster

, 21.12.2007

Oliver Bandel, 24 Jahre alt, ist Hobby-Fotograf und groß geworden in Werne. Henrike (21) ist seine Freundin und Model von Oliver. Für ihn schmeißt sie sich in die etwas andere Schale und kraxelt über „Pott´sche“ Landschaften, bringt sich in Pose – für die Bilder von Oliver.

Bilder in den Industrieruinen

 „Das ist mein Stil. Ich mag die Industrieruinen. Ich mag es bunt und schrill. Das ist eine gute Kombination. Alternativ und trashig“, sagt er. Bis zu drei Stunden ziehen sie gemeinsam durch stillgelegte Hochöfen und abgebrochene Mauern. Er auf der Suche nach dem richtigen Licht, ihr macht es einfach Spaß. ´

Das Shooting ist aber auch anstrengend, sie machen hier und da eine Pause, trinken etwas, rauchen beide eine Zigarette. Oliver studiert die „Shots“, gemeinsam sprechen sie über die Szenerie. Mit seiner Panasonic Lumix zieht der Werner auch allein los, auf der Suche nach anderen Motiven.

Erfolgreiche Tierfotos

Gefunden hat er sie oft im Tierreich. Gefunden und weitergeschickt, um an Foto-Wettbewerben teilzunehmen – mit Erfolg: Oliver hat mit dem schlafenden Koala das beste Leser-Foto des Monats in der „Geo“ geschossen, der Silberrücken aus dem Duisburger Zoo ist prämiert und abgedruckt in der aktuellen „Chip – Foto Video Digital“ – nicht das erste Mal. 

Genug der Routine

Oliver fotografiert seit rund zwei Jahren. Hauptberuflich ist er Maschinenschlosser in Soest. „Eine interessante Mischung“, findet er selbst. Im Beruf habe er Routine, an und mit der Kamera könne er seine Kreativität ausleben. Die Routine gefällt ihm nicht besonders, mittelfristig möchte er das Spiel mit Blende und Verschlusszeit zum Beruf machen. „Ich suche mir die Foto-Wettbewerbe im Internet, biete meine Bilder an.“

Im World Wide Web nennt er sich „Coolshot“ – das ist der ganz normale junge Mann, der mit der schrillen Henrike über die Industriebrachen im Pott zieht.

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