Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Staatsanwalt: "Es war Verdeckungsmord"

WERNE/DORTMUND Lebenslange Haft oder Freispruch - im Mordfall "Roßdeutscher" schwankten die Schlussvorträge von Staatsanwaltschaft und Verteidigung gestern zwischen zwei Extremen.

von Von Werner von Braunschweig

, 20.08.2007
Staatsanwalt: "Es war Verdeckungsmord"

<p>Angelika Roßdeutscher</p>

Staatsanwalt Heiko Artkämper hatte am Ende keine Zweifel und beantragte für den 38-jährigen Angeklagten eine lebenslange Freiheitsstrafe. Sein Urteil: "Es war ein Verdeckungsmord."

Der Ankläger ist sich nach Durchführung der Beweisaufnahme sicher, dass es im Februar 1991 unmittelbar vor dem Tötungsdelikt eine weitere Straftat gegeben habe. Ob das eine Vergewaltigung gewesen sei, könne allerdings dahin stehen. Jedenfalls sei es "absurd und abwegig", dass die 36-jährige Wernerin seinerzeit freiwillig mit dem Angeklagten in ein Waldstück nach Fröndenberg gefahren sei.

"Kein weiblicher Vamp"

Angelika Roßdeutscher sei "alles andere als ein weiblicher Vamp und eher eine unauffällige und ängstliche Frau gewesen". Es widerspreche jeglicher Lebenserfahrung, dass sich die Wernerin damals freiwillig auf eine sexuelle Affäre mit dem Angeklagten eingelassen habe.

Der Verteidiger des 38-jährigen Zeitungswerbers ging in seinem Plädoyer davon aus, dass das im Anschluss an seine Festnahme im vergangenen Jahr abgelegte Geständnis seines Mandanten keine Verwertung finden dürfe.

Urteil für 29. August erwartet

Insoweit lägen keine Beweise für eine Tatbeteiligung seines Mandanten vor. Daher sein Antrag: Freispruch. Das Schwurgericht will das Urteil am Mittwoch, 29. August, verkünden.

Angelika Roßdeutscher war am 22. Februar 1991 nicht von ihrer Arbeitsstelle nach Hause gekommen. Am Abend fand die Polizei ihr verdrecktes Auto, einen goldfarbenen VW Scirocco. Ein Jahr später entdeckte ein Waldarbeiter die Leiche der damals 36-jährigen Wernerin bei Fröndenberg. Der Angeklagte war im August vergangenen Jahres nach einem DNA-Abgleich festgenommen worden. Sowohl vor der Polizei als auch vor dem Haftrichter gestand der Mann zunächst den Mord ein, widerrief diese Aussage jedoch Zeit später.

Lesen Sie jetzt