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"Tafel-"Obst wird knapp

WERNE Die Preise für Lebensmittel steigen - das ärgert nicht nur "Otto Normalverbraucher", das hat auch negative Auswirkungen auf die Werner Tafel: Die Zahl der Bedürftigen wird größer, das Angebot knapper.

von Von Rudolf Zicke

, 16.08.2007
"Tafel-"Obst wird knapp

Dieter Schimmel: "Die Schere geht auseinander."

"Die Schere geht auseinander", bedauert der Sprecher der Werner Tafel, Dieter Schimmel (Foto). Er kann dabei nicht nur auf eigene Erfahrungen zurückgreifen, sondern sich auch auf eine wissenschaftliche Untersuchung aus Münster berufen. Die Situation für die Tafel sei derzeit zwar noch nicht dramatisch, er mache sich für die Zukunft aber schon einige Sorgen.

Tafel gibt es seit zweieinhalb Jahren

Die Werner Tafel - genau genommen ist sie eine Ausgabestelle der Tafel Unna - gibt seit zweieinhalb Jahren am Sozialkaufhaus in der Burgstraße Lebensmittel aus. Die Zahl der Abholer, in der Regel Hartz-IV-Empfänger, ist von anfangs etwa 20 auf mittlerweile 65 gestiegen. Jeder Abholer versorgt dabei zwei bis drei Angehörige.

"Der Anstieg ist aber wohl deutlich stärker, als diese Zahlen vermuten lassen", erklärt Schimmel. Denn bislang in Werne versorgte Lüner Bürger würden nun in ihrer Heimatstadt Lebensmittel erhalten. Dort sei vor kurzem ebenfalls eine Tafel eingerichtet worden. Parallel zu dieser Entwicklung lässt die Spendenbereitschaft der Lebensmittelhändler bzw. Supermärkte bei hochpreisigen Produkten nach. "Wir merken dies im Moment vor allem bei Obst und Gemüse", so Schimmel. Hier sei das Spendenaufkommen um 30 bis 50 Prozent zurückgegangen.

Größeres Kontingent an Molkereiprodukten

Auf den ersten Blick seltsam: "Gerade weil Molkereiprodukte in den Geschäften deutlich teurer geworden sind, erhalten wir zurzeit ein größeres Kontingent", berichtete Martina Fuchs, Koordinatorin der Unnaer Tafel, "die teuren Produkte werden nämlich in den Läden von den Kunden verschmäht, und kurz vor Ablauf des Verfallsdatums werden sie dann uns überlassen."

Dies zunächst erfreulich erscheinende Phänomen dürfte aber nur von kurzer Dauer sei. "Die Händler kalkulieren natürlich scharf. Wenn Produkte nicht laufen, bestellen sie entsprechend knapper." Am Ende, sagt Dieter Schimmel weiter, "erhalten wir weniger Spenden bei mehr Bedürftigen."

Eine ähnliche Entwicklung erwartet er in absehbarer Zeit z.B. bei Brot- und Fleischwaren, für die der Handel bekanntlich schon Preiserhöhungen angekündigt hat.

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