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Völlig unerwartet: Pfarrerin zieht Bewerbung zurück

Pfarrerin sagt Stelle in Werne ab

Seit Juli 2017 ist die Pfarrstelle in der evangelischen Martin-Luther-Gemeinde verwaist. Vor sechs Wochen kürte das Leitungsgremium eine Kandidatin. Die hat nun völlig unerwartet ihre Bewerbung zurückgezogen.

Werne

, 23.03.2018
Völlig unerwartet: Pfarrerin zieht Bewerbung zurück

Die Martin-Luther-Gemeinde muss weiter nach einer neuen Pfarrerin oder einem neuen Pfarrer Ausschau halten. © Verena Schafflick

Die E-Mail der evangelischen Kirchengemeinde kam am Freitagmorgen völlig überraschend. Kernaussage: Kandidatin Karin Daniel (53) „hat ihre Bewerbung nach eingehender Prüfung zurückgezogen“. Nähere Einzelheiten zu den Beweggründen der aus Minden stammenden Kandidatin waren dem Schreiben der Gemeinde nicht zu entnehmen.

Kein mehrheitlicher Rückhalt


Was auf den ersten Blick wie ein peinlicher, persönlicher Rückzieher wirken konnte, relativierte sich im Gespräch mit der betroffenen Person. Kernsatz von Karin Daniel: „Ich wollte nicht mehr zur Wahl antreten, da das Presbyterium in Werne offenbar nicht mehrheitlich hinter mir steht.“

Was war passiert? Karin Daniel war aus einer Gruppe von vier Bewerbern als einzige Kandidatin für die Pfarrstelle im Pfarrbezirk 1 (Martin-Luther-Gemeinde) übrig geblieben, auf einstimmigen Beschluss des Presbyteriums. Wie üblich, sollte sie eine Probepredigt und eine sogenannte Probekatechese halten. Das war am 11. März der Fall.

„Eigentlich ein gutes Gefühl“


„Danach hatte ich eigentlich ein gutes Gefühl“, sagt die 53-Jährige auf RN-Anfrage. „ich habe viel positives Feedback erfahren.“ Es habe aber auch die eine oder andere kritische Reaktion gegeben. Etwa, dass der gesellschaftspolitische Aspekt zu kurz gekommen sei.

Was dann kam, „war für mich völlig irritierend, zumal mich das Presbyterium ja einstimmig vorgeschlagen hatte“, sagt Daniel: In einer Probe-Abstimmung nach ihrem Auftritt am 11. März kam keine Mehrheit für sie zustande. „Ich wollte nicht riskieren, dass ich bei der eigentlichen Wahl keine Mehrheit bekommen würde. Daher habe ich meine Bewerbung zurückgezogen“, sagt Karin Daniel.

Neues Bewerbungsverfahren


Was genau die Ablehnung ausgelöst hat, wisse sie nicht. „Ich war bei der Probe-Abstimmung nicht dabei.“ Nach den Hintergründen befragt, schickte Pfarrer Thomas Hein eine schriftliche Stellungnahme: „Nach der Probepredigt und Probekatechese hat das Presbyterium in seiner Sitzung am 21. März ausführlich über die Vorstellung beraten. Dabei wurde deutlich, dass, anders als erhofft, keine einmütige Zustimmung für Pfarrerin Daniel erzielt werden konnte.“ Die Gemeinde rollt das Bewerbungsverfahren jetzt neu auf.

So haben wir zuerst berichtet:

Pfarrerin Karin Daniel, die sich der Gemeinde auf Einladung des Presbyteriums als einzige Kandidatin am 11. März vorgestellt hat, hat ihre Bewerbung nach eingehender Prüfung zurückgezogen. Das teilte jetzt Pfarrer Thomas Hein für die evangelische Gemeinde mit.

Das Presbyterium werde nun bis Ende April in Zusammenarbeit mit dem Kirchenkreis und der Landeskirche die Möglichkeiten sondieren, wie möglichst schnell ein verlässliches und zukunftsweisendes Konzept für die Besetzung der Pfarrstelle im 1. Pfarrbezirk umgesetzt werden kann, schreibt Hein. Und weiter:

„Wir respektieren die Entscheidung von Pfarrerin Daniel und bedauern zugleich, dass die Pfarrstelle nun doch nicht wie geplant bis zu den Sommerferien wieder besetzt werden kann“, erklärt Pfarrer Thomas Hein als Vorsitzender des Presbyteriums.

Aus der Erklärung von Pfarrer Hein: „Aus guten Gründen sieht aber das Verfahren zur Besetzung von Pfarrstellen in unserer Landeskirche vor, dass das persönliche Kennenlernen zwischen Gemeinde und Bewerberin oder Bewerber einen hohen Stellenwert hat. Der Sinn dessen ist es ja, dass beide Seiten prüfen können, ob die Chemie stimmt und sie aus ganzem Herzen und mit voller Überzeugung zur Wahl schreiten können.

Insofern bietet die neue Ausgangssituation der Gemeinde die Chance, jemanden zu finden, der wirklich zum Pfarrbezirk passt. Wir werden alles dafür tun, dieses Ziel gemeinsam mit der Gemeinde und dabei besonders dem 1. Pfarrbezirk zeitnah zu erreichen.“

Jetzt lesen

  • Auf die Pfarrstelle, die nach dem Weggang von Pfarrer Kai-Uwe Schroeter seit dem 1.7.2017 vakant ist, hatten sich drei Frauen und ein Mann beworben.
  • Das Presbyterium hatte im Dezember 2017 entschieden, zwei Kandidaten zu persönlichen Bewerbungsgesprächen einzuladen.
  • In der Presbyteriumssitzung am 1. Februar hatte das Leitungsgremium einstimmig beschlossen, Pfarrerin Karin Daniel als einzige Kandidatin zur Probepredigt und Probekatechese einzuladen.
  • Der Wahlgottesdienst war für den 27. März angesetzt worden.
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