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Hindernisse bremsen Feuerwehrleute aus

Feuerwehr Werne

Es war nur ein kurzer Satz in der Pressemitteilung der Feuerwehr über einen Einsatz in der Werner Innenstadt am Donnerstag. Was dahinter steckt, kann jedoch große Probleme nach sich ziehen – und bereitet den Rettern Sorgen.

Werne

, 08.05.2018
Hindernisse bremsen Feuerwehrleute aus

Wenn die Feuerwehr in die Fußgängerzone muss, wie hier bei einem Sturmeinsatz in der Vergangenheit, kann es eng werden. © Helga Felgenträger (A)

„Die Großfahrzeuge der Feuerwehr hatten Probleme bei der Anfahrt in den Innenstadtbereich. Durch weit in die Straßenmitte platzierte Stühle und Tische der dort ansässigen Außengastronomie, mussten diese erst beiseite geräumt werden, damit die Großfahrzeuge passieren konnten.“ So ist es in der Meldung über einen Einsatz in der Fußgängerzone am vergangenen Donnerstag nachzulesen. An der Konrad-Adenauer-Straße war eine Person in ihrer Wohnung gestürzt, konnte sich nicht mehr helfen und die Feuerwehr sollte die Tür öffnen.

„Als wir über die Bonenstraße anfuhren, kamen wir mit unserem Fahrzeug nicht durch“, sagt Feuerwehrsprecher Tobias Tenk auf RN-Anfrage: „Da standen Stühle und ein Tisch im Weg, an denen Leute saßen. Wir mussten das erst wegräumen.“

Fahrspur muss für Feuerwehr freibleiben

Bei Einsätzen der Wehr, in denen es auf Schnelligkeit ankommt, eine nicht nur ärgerliche, sondern gefährliche Sache. Tenk weiter: „Das müssen Sie sich in der Konsequenz wie eine nicht gebildete Rettungsgasse auf der Autobahn vorstellen.“

Aber wer legt eigentlich fest, wo und wie die Feuerwehr auch in engen Situationen durchkommt? „Es ist bei der Außengastronomie genau eingezeichnet, welche Bereiche der Wirt nutzen darf und wo die Grenzen sind. Das ist exakt festgelegt“, sagt Ordnungsamts-Leiterin Kordula Mertens auf RN-Anfrage. Ihr Mitarbeiter Werner Kneip ergänzt: „Es muss eine Fahrspur in der Mitte frei bleiben. Das ist nicht nur bei der Außengastronomie an der Bonenstraße so, sondern zum Beispiel auch bei dem Aufbau der Stände für den Kram- und Viehmarkt an Sim-Jü“. Sicherheit geht eben vor.

Laut Kneip sind die großen Feuerwehr-Fahrzeuge rund 2,50 Meter breit. „Die Fahrspur, die frei bleiben muss, beträgt 3 Meter.“ In der Bonenstraße ab dem Kreisverkehr am Kino sei diese Spur nicht gerade durchgezogen, sondern aufgrund der örtlichen Gegebenheiten schlängele sie sich da durch. Kneip glaubt nicht, dass besagter Gastronom wissentlich der Wehr sein Mobiliar in den Weg gestellt habe. Dennoch nimmt er den Vorfall zum Anlass, „wieder einmal eine gemeinsame Befahrung mit der Feuerwehr durchzuführen“. Dabei schauen Ordnungsamt und Freiwillige Wehr, ob die Fahrzeuge überall durchkommen, ob es Engpässe gibt und so weiter.

Markisen sind weiteres Problem

Tobias Tenk kennt noch andere Hindernisse, die den Rettern bisweilen im Weg stehen, auch wenn das nur selten vorkäme. „Markisen etwa, die weit in die Fahrspur hineinragen.“ Noch mehr Angst habe er allerdings, wenn Lieferfahrzeuge der Feuerwehr den Weg versperrten. Dabei könnte viel Zeit verloren gehen, bis das Hindernis aus dem Weg geräumt sei.

Doch nicht nur in der Innenstadt mit Außengastronomie, Werbeschildern, Markisen oder Pflanzkübeln könne es eng werden beim Einsatz. Auch in den Wohngebieten kommt es bisweilen zu Stockungen. Feuerwehr-Sprecher Tenk: „Dort liegt es dann meist an falsch geparkten Fahrzeugen.“