Wespennester nicht zerstören

20.07.2018, 16:51 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das kennt ihr sicher auch: Ihr esst ein Eis – und schon schwirrt eine Wespe um euch herum. Wenn man dann mit den Händen um sich schlägt, ist das nicht immer gut, sagen die Experten, die sich mit den Tieren auskennen. Die Tier abzulenken, wäre besser, rät zum Beispiel der Naturschutzbund. Beim Essen sollte man Obst wie überreife Weintrauben einige Meter weiter entfernt vom Tisch hinstellen. Diese oder andere süße Sachen würden dann, so der Tipp, die Wespen vom Tisch weglocken.

Viel schwieriger ist es aber für die Leute, die in ihrem Haus oder in ihrem Garten ein Wespennest entdecken. Das darf nicht einfach so weggemacht werden. Denn Wespen stehen, wie alle wild lebenden Tiere, unter Artenschutz. Einige sogar unter besonderem Schutz. In Deutschland gibt es acht verschiedene Arten von Wespen. Getötet werden dürfen davon nur zwei Arten: die Sächsische und die Gemeine Wespe. Das weiß Christian Pelz, Inhaber einer Schädlingsbekämpfungsfirma aus Gescher. Dieser war vor einigen Tagen noch bei einer Familie in Vreden im Einsatz. Denn dort befand sich im Rolladenkasten im Wohnhaus der Familie Gregor ein Wespennest. Das war so gefährlich, dass er dort Stäubepuder verteilt hat, das die Wespen abtötete. Wenn es sich um eine andere Wespenart gehandelt hätte, oder auch um Hornissen, hätte er die Tiere auf jeden Fall umsiedeln müssen.

Wer sich überhaupt nicht informiert und sofort das Nest zerstört, begeht eine Ordnungswidrigkeit und muss mit einem Bußgeld rechnen. Karlheinz Gördes, der Sprecher des Kreises Borken, sagt, dass das bis zu 55 Euro teuer werden kann, wenn man falsch handelt. Deswegen sollten alle, die ein Nest finden, erst mal sehen, ob vielleicht sogar mit einem Fliegengitter schon das Problem gelöst werden könnte oder aber auch dadurch, dass die Menschen einfach Abstand halten zu dem Wespennest. Wenn nicht, müsse ein Fachmann zurate gezogen werden. Früher waren die Feuerwehren auch für die Entfernung von Wespennestern zuständig – das ist heute nicht mehr so. Der Kreis Borken hat seit zehn Jahren die Zuständigkeit, deswegen darf diese Behörde auch ein Bußgeld verhängen, wenn ein Wespennest illegal einfach entfernt worden ist.