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WestLB schreibt rote Zahlen

DÜSSELDORF Die Verluste der WestLB durch fehlgeschlagene Aktienspekulationen sind höher als bislang angenommen: Nach dem gestern veröffentlichten Halbjahreszahlen beträgt der bislang ermittelte Gesamtschaden 604 Mio. Euro. Unter dem Strich musste die Bank damit einen Halbjahresverlust von 170 Mio. Euro hinnehmen. Nach Angaben der WestLB sind damit die Fehlspekulationen, die im Juli zur fristlosen Trennung von Bankchef Thomas Fischer führten vollständig erfasst.

WestLB schreibt rote Zahlen

Die WestLB-Zentrale in Düsseldorf.

Unterdessen ging die Diskussion um die Neuaufstellung der WestLB weiter. NRW-Finanzminister Helmut Linssen (CDU) hat gestern die Position der Landesregierung im Blick auf die Neuaufstellung der WestLB verteidigt.

Klare Linie des Landes

„Unsere klare Linie ist er Finanzplatz NRW und die Zukunft der 6000 WestLB-Mitarbeiter“, wies er im Landtag die Oppositionskritik zurück, die Regierung habe kein Konzept zur künftigen Rolle der Bank. Alle Optionen würden bewertet und dann entschieden, stellte Linssen im Haupt- und Finanzausschuss klar. Damit erteilte er erneut den Sparkassenverbänden eine Absage, die eine rasche Lösung mit der Landesbank Baden-Württemberg wünschen: Ein vorschnelles Aufspringen auf den Zug LBBW werde es nicht geben, sagte Linssen: „Vielleicht ist es die beste Lösung, vielleicht aber auch nicht“.

Landesregierung bleibt im Gespräch mit Sparkassenverbänden

Linssen kündigte an, dass die Landesregierung über diese Frage mit den Sparkassenverbänden, die gut 50 Prozent an der WestLB halten, im Gespräch bleiben werde. Darüber hinaus werde die externe Beratung durch eine Investmentbank, die bereits von Ministerpräsident Jürgen Rüttgers angekündigt worden, war, am 10. September beginnen. Überrascht zeigte sich Linssen von dem hohen Verlust von über 600 Millionen Euro, der der WestLB durch den riskanten und missratenen Eigenhandel mit Vorzugsaktien entstanden ist: „Das ist mehr als ich befürchtet habe“, räumte er ein.

Linssen: "WestLB ist besser als sie erscheint"

Gleichzeitig wies er darauf hin, dass die WestLB ohne diese Verlustquelle „gutes Geld“ verdient habe. „Die WestLB ist besser als sie in der öffentlichen Wahrnehmung erscheint“, sagte der Finanzminister. Dass gegen die drei verbliebenen Alt-Vorstände ermittelt werde, habe zum jetzigen Zeitpunkt keine Konsequenzen, sagte Linssen, da die Unschuldsvermutung gelte.

Kritik von SPD und Grünen

Die Opposition erneuerte hingegen ihre Kritik. „Wer hat denn eigentlich das Heft des Handelns in der Hand?“, fragte SPD-Vizefraktionschefin Gisela Walsken im Hinblick auf Interviewäußerungen von Ministerpräsident Rüttgers, die vermeintlich von Linssens Position abwichen. Der grüne Finanzexperte Ewald Groth forderte Linssen auf, den „Schleuderkurs“ zu beenden und den Sparkassen nicht ständig mit den „Keulen“ der WestLB-Öffnung für Privatinvestoren und dem Privatkundengeschäft zu drohen.

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