Zahl der Wohnungseinbrüche in NRW sinkt noch stärker

Kriminalitätsstatistik

Der neue Chef des Landeskriminalamts, Frank Hoever, rechnet mit einem noch stärkeren Rückgang der Wohnungseinbrüche in Nordrhein-Westfalen. Er selbst ist schon zwei mal von Einbrechern heimgesucht geworden.

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DÜSSELDORF

, 26.12.2017, 11:13 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ein Kriminalbeamter bei der Spurensicherung nach einem Einbruch.

Ein Kriminalbeamter bei der Spurensicherung nach einem Einbruch. © dpa

Einbrecher schlagen in Nordrhein-Westfalen deutlich seltener zu. Es zeichne sich für 2017 im Vergleich zum Vorjahr ein Rückgang um 25 Prozent ab, sagte der neue Chef des Landeskriminalamts, Frank Hoever, der Deutschen Presse-Agentur. „Das ist ein wirklich schöner Erfolg. Wir kommen aber auch von einem relativ hohen Niveau.“ Bereits 2016 war die Zahl der Einbrüche um 16 Prozent zurückgegangen - von 62 400 Fällen im Jahr 2015 auf 52 600 Fälle.

Es gebe von Europol Zahlen und Hinweise, dass die Täter inzwischen nach Norden in die skandinavischen Länder ausweichen, sagte Hoever. Dazu dürfte der hohe Kontroll- und Fahndungsdruck in NRW beigetragen haben, aber auch die immer bessere Sicherung der Wohnungen, was sich in einem steigenden Anteil von gescheiterten Einbruchversuchen widerspiegele.

Bandenkriminalität weiter hoch

Der Anteil der nichtdeutschen Verdächtigen stieg den Angaben zufolge. Überwiegend seien dies Südosteuropäer, etwa Rumänen, Serben und Albaner. NRW wurde laut Hoever in den vergangenen Jahren von überregional aktiven Einbrecherbanden regelrecht abgegrast - von den großen Städten über die ländlichen Regionen. Es seien mobile Intensivtäter am Werk, von denen die Polizei inzwischen 400 namentlich kenne. „Wir hatten Festnahmen in Belgien, da wurden Einbrecher mit Beute aus Einbrüchen in Bayern und NRW gefasst.“

„Ich bin selbst zwei Mal Opfer geworden. Meine Frau war mit dem Hund eine halbe Stunde raus und da war es schon passiert“, verriet Hoever. „Der Familien-Goldschmuck und das Parfüm sind weg. Tablets und iPhones haben die Einbrecher dagegen liegen gelassen.“

LKA-Chef rüstet nach

Einer der Einbrüche sei aufgeklärt worden: „Der Einbrecher hat sich verletzt und Blut auf dem Parkett hinterlassen“, sagte Hoever. Über die Täter-DNA sei der Fall gelöst worden. Er habe danach aufgerüstet, erklärte Hoever. „Vor der Terrassentür habe ich jetzt ein Gitter und aus zwei Flügelfenstern ist ein großes Fenster geworden. Und meinem Hund habe ich gesagt, er soll besser aufpassen. Das waren bei mir die Schwachpunkte.“

von dpa

2016 hatte es erstmals seit Jahren einen Rückgang der Einbrüche gegeben. Die Fälle waren bundesweit um 9,5 Prozent auf 151.265 zurückgegangen. Dabei blieb es in 66.960 Fällen bei Versuchen (44,3 Prozent). Auch das Bundeskriminalamt (BKA) erwartet für 2017 weniger Einbrüche. Abschließende Fallzahlen für 2017 gibt es voraussichtlich im Frühjahr 2018, wenn die offizielle Kriminalstatistik für Deutschland vorgestellt wird.