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Ziele fest im Visier

Dorsten Wenn Karsten Alfes auf sein Hobby angesprochen wird, begegnet er nicht selten den immer gleichen Vorurteilen. Sportschießen? Das bedeutet für viele bierselige Männerunden in miefigen Kellern, langweilige Freizeitbeschäftigung für untalentierte Sportler oder sogar Wehrsportgruppen.

02.08.2007

Dabei ist Alfes längst vom Freizeit- zum Leistungssportler aufgestiegen, trainiert neben den Einheiten bei der SG Feldmark mindestens zwei Mal in der Woche auf dem Olympiastützpunkt in Dortmund und qualifizierte sich als erster Dorstener Schütze seit Jahren für die Ende August in München stattfindenden Deutschen Meisterschaften.

Frühe Lorbeeren

Bereits mit zehn Jahren kam der heute 18-jährige Schüler durch seinen Vater zu den Sportschützen. Bei der SG Dorsten-Feldmark errang Alfes schnell Lorbeeren und landete auch bei überregionalen Meisterschaften regelmäßig auf den vorderen Plätzen. So kam es nicht von ungefähr, dass schon bald hochklassige Vereine auf den angehenden Abiturienten aufmerksam wurden. Für den mehrfachen Deutschen Meister BSV Buer-Bülse schießt Karsten Alfes mittlerweile in der vierten Liga Deutschlands, in Zusammenarbeit mit der SG Hamm trainiert der talentierte Nachwuchsschütze auf dem Olympiastützpunkt in Dortmund und misst sich dort regelmäßig mit Europa- und Weltmeistern.

Die herausragenden Leistungen bei den letzten Landesmeisterschaften und die damit verbundene Qualifikation für die Deutschen Meisterschaften sind der vorläufige Höhepunkt seiner noch jungen Karriere. Vom schnellen Euro nebenbei kann Alfes aber im Gegensatz zu seinen jungen Kollegen in populäreren Sportarten wie Fußball, Tennis oder Basketball nur träumen. Wenn andere Sportler Auflaufprämien, Schlägersätze oder eine hochwertige Ausrüstung gesponsert bekommen, guckt der Sportschütze meistens in die Röhre. Für die rund 3000 Euro teuren Gewehre und die aufwendige Bekleidung müssen Karstens Eltern aufkommen. "Wenigstens bekomme ich Anreisekosten und Spesen ersetzt, damit ich nicht immer dazu zahlen muss", hat der zur Zeit erfolgreichste Dorstener Schütze zumindest eine finanzielle Belastung weniger.

Zweite Liga?

Um auch irgendwann professionelle Unterstützung zu bekommen, hat sich Alfes hohe Ziele gesteckt. Die dritte und zweite Liga traut er sich in absehbarer Zeit zu, auch die Bundesliga ist längst kein Tabuthema mehr. "Um das zu erreichen, muss ich noch härter trainieren", sagt der Feldmärker, der trotz seines jungen Alters schon Wettkämpfe von bis zu drei Stunden nonstop bestreitet.

Für die Deutschen Meisterschaften vom 18. - 21. August hat das Eigengewächs der SG Feldmark einen Platz unter den ersten 30 ins Visier genommen. "Dort zu landen, wäre schon ein großer Erfolg", sagt Alfes, dem die gesamte Dorstener Schützenschar Ende August sicherlich beide Daumen drücken wird. jhj

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