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Zu wenig Hopfen: Bierpreis steigt

DÜSSELDORF - Im Februar wird das Bier teurer. Denn neben dem anhaltend rückläufigen Markt sehen sich die Brauer zunehmend durch enorme Verteuerungen von Rohstoffen unter Druck. Hopfen etwa wurde im vergangenen Jahr um 250 Prozent teurer.

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Zu wenig Hopfen: Bierpreis steigt

Teurer Spaß: Bietrinken wird teurer.

Wegen der steigenden Nachfrage in den aufstrebenden Märkten in Osteuropa, Russland und Asien würden die Märkte für Malz und Hopfen derzeit „regelrecht leergekauft“, sagte der Generalbevollmächtigte der sauerländischen Veltins-Brauerei, Michael Huber, am Dienstag in Düsseldorf. So wurde auch Malz in den vergangenen zwölf Monaten um 84 Prozent teurer. Angesichts der schrumpfenden Verfügbarkeit dieser Rohwaren hätten einige Brauer ihren Bedarf für das laufende Jahr vertraglich noch nicht unter Dach und Fach, erläuterte Huber.

Seien in der Vergangenheit Lieferkontrakte von bis zu 30 Monaten im Voraus die Regel gewesen, könne man derzeit schon über zwölf Monate froh sein. Vor diesem Hintergrund rechnet Veltins spätestens ab der dritten Februarwoche mit höheren Bierpreisen im Handel. Veltins habe seine Abgabepreise an die Händler bereits Anfang Januar um einen Euro oder neun Prozent je Kasten angehoben und damit erstmals seit fünf Jahren wieder an der Preisschraube gedreht. „Die Kosten ließen uns keine Wahl“, sagte Veltins-Vertriebschef Volker Kuhl.

 Pro-Kopf-Verbrauch sank auf 113 Liter

Andere Brauereien hätten dies bereits getan oder würden noch nachziehen. „Es bleibt zu hoffen, dass die Verbraucher die Erhöhung akzeptieren“, fügte Kuhl mit Blick auf den anhaltend rückläufigen Biermarkt hinzu. Im Vorjahr ging der Bierabsatz gegenüber 2006 um 2,7 Prozent auf 103,9 Millionen Hektoliter zurück. Der Pro-Kopf-Verbrauch sank nach Angaben des Statistischen Bundesamts um 2,6 Prozent auf 113 Liter.

Überdurchschnittlich rückläufig war der Bierabsatz in Nordrhein-Westfalen mit minus 4,5 Prozent. Nicht zuletzt das schlechte Wetter im Sommer hat vielen Brauern das Geschäft verhagelt. Kräftige Zuwächse verbuchte in ganz Deutschland dagegen der Absatz von Biermixgetränken mit plus 18,9 Prozent. Auch Veltins konnte 2007 vor allem durch das erfolgreiche Mix-Geschäft erneut dem Markttrend trotzen und Ausstoß sowie Umsatz wiederum auf Rekordhöhe schrauben. Der Gesamtausstoß legte leicht um 0,3 Prozent auf 2,64 Millionen Hektoliter zu. Der Umsatz kletterte um 1,2 Prozent auf 252 Millionen Euro.

Marktführer Becks von der Spitze verdrängt

Während der Ausstoß von Pils und anderen Sorten je um 1,6 Prozent zurückging, legte Veltins bei seinen „V+“-Mixgetränken um 10,4 Prozent zu. Im Februar soll hier eine fünfte Geschmackssorte vorgestellt werden. Spätestens in zwei Jahren will Veltins, in diesem Getränkesegment bisher die Nummer zwei, Marktführer Becks von der Spitze verdrängt haben. Für das Gesamtjahr sind die Erwartungen der Veltins-Brauerei gemischt.

Impulse vom Fußball

Impulse erhofft man sich zwar von der Fußball-Europameisterschaft, die dem Biermarkt einen ähnlichen Schub geben könnte wie die Weltmeisterschaft vor zwei Jahren. Mit Sorge wird andererseits das Rauchverbot in den Gaststätten gesehen, das in NRW ab 1. Juli gelten soll. „Wir gehen von einem rückläufigen Absatz in der Gastronomie aus“, sagte Huber. Ein Gang an die Börse ist für den familiengeführten Traditionsbetrieb laut Huber weiterhin kein Thema. Auch Zukäufe seien nicht geplant.

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