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"Zum Quatschen fehlte uns die Luft"

06.08.2007

Wenn sich eine gesamte Mannschaft trifft, um einen Erfolg zu feiern, ist das schon etwas Besonderes. Wenn der Erfolg aber genau 50 Jahre zurück liegt, ist ein Wiedersehen der gesamten Truppe fast schon außergewöhnlich.

Das sehen die acht Kameraden des siegreichen Jugend-Achters des Kanu- und Surfvereins von 1957 genau so. "Es ist ein unheimliches Erlebnis", waren sich Dieter Lelitko und Walter Krumsiek beim Treffen am Samstag am Bootshaus einig. Zwar wohnt das Siegerteam teils verstreut in ganz Deutschland, doch "wir hatten nie Probleme, einen Termin zu finden." Alle fünf Jahre haben sich die Acht bisher getroffen, wobei das diesjährige Jubiläum natürlich schon ein ganz besonderes ist. "Alle kommen gerne hierher, und alle sind auch noch fit. Da werden andere Sachen dann einfach hinten an gestellt", ergänzt Krumsiek.

Für fünf Kilometer machte sich die Deutschen Jugendmeister von 1957 fünfzig Jahre später nochmal auf den Weg auf die Ruhr. Gut 200 Meter hat es gedauert, dann lief das Boot ohne Wackeln. "Zum Quatschen fehlte uns da aber die Luft", gestand Lelitko anschließend.

Auf die Frage, was am meisten vom damaligen Erfolg hängen geblieben sei, finden sie schnell eine Antwort: "Wir hatten die schlechteste Bahn ganz außen und waren vom Wind und Wellengang sehr gehandicapt. Aber im Finish haben wir das Rennen dann umgebogen."

Mit umgebogen hat es damals auch der spätere Olympiasieger Detlef Lewe, Schwertes wohl bekanntester Sportler überhaupt. Lewe hatte sich eigens aus München auf den Weg gemacht, um beim Jubiläum dabei zu sein. "Es ist schon außergewöhnlich, dass eine Mannschaft sich nach 50 Jahren noch wiedertrifft", betont Lewe, "wir respektieren uns, haben Spaß und keiner muss dem anderen etwas beweisen.

Für Lewe war die damalige Deutsche Meisterschaft in Lübeck der Auftakt zu einer tollen Karriere. "Ich habe damals auch den Einer gewonnen und bin danach sofort ins Nationalteam aufgestiegen" erinnert sich Lewe.

Ob der Achter sich in fünf Jahren nochmal trifft, das lässt Lewe hingegen offen. "Bei 40 Jahren haben wir uns schon gefragt, ob wir das nochmal schaffen. Wir wollen die Kirche mal im Dorf lassen."

Fit genug scheinen sie aber allemal. Obwohl die Knieposition mittlerweile ungewohnt und ziemlich anstrengend war, ließen sie es sich jedenfalls nicht nehmen, das Boot selbst ins Bootshaus zu tragen. BB