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Zwei Tote: Schwere Unwetter in Nordrhein-Westfalen

NRW Bei den heftigen Unwettern in Nordrhein-Westfalen sind am Donnerstag zwei Menschen ums Leben gekommen. Im Schwerter Ruhrtal haben sich die Kühe auf eine Insel gerettet. Immerhin: Die Altstadt blieb dort trocken. Die Lage in den Orten und Regionen - ein Protokoll.

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In eine ausgedehnte Seenlandschaft verwandelte der Regen das Ruhrtal. Kühe flüchteten auf ein kleines Eiland - ein anderer Teil der Herde in die Stadt.

Der Schwerter Mühlenstrang ist weit über die Ufer getreten.

Arnsberg. Ein Mann ertrinkt im Keller seines Hauses. Der 61- Jährige wollte wegen der anhaltenden Regenfälle in seinem Keller nach dem Rechten sehen und wird von einströmendem Wasser überrascht. Er kann nur noch tot geborgen werden. Die nach einem Erdrutsch blockierte Autobahn 46 bei Arnsberg ist am Freitagmorgen wieder freigegeben. Die Aufräumarbeiten haben die ganze Nacht gedauert. Nach stundenlangem Dauerregen war ein Hang ins Rutschen geraten und hatte sich auf die Fahrbahn geschoben, berichtet die Polizei. Im gesamten Sauerland rücken Feuerwehrleute zu rund 400 Einsätzen aus.

Mönchengladbach. Ein Mann stirbt vermutlich an einem Stromschlag, als er seinen voll gelaufenen Keller mit einer elektrischen Pumpe leeren wollte.

Hagen. Die Bundesstraße 54 ist am Morgen wieder frei. Dort war ein Bach über die Ufer getreten, hatte die Strecke überflutet. Dabei sind auch Geröll und Schlamm auf die Straße gespült worden. Für Autos ging am späten Abend nichts mehr.

Schwerte. Gegen zwei Uhr nachts alarmiert die Feuerwehr die Kleingärtner dreier Anlagen in den Ruhrwiesen. Doch zu diesem Zeitpunkt ist noch alles ruhig. Anders heute früh um sieben: Als Jürgen Rose und Helmut Pfeifer in ihren Gärten in der Amsel nach dem Rechten sehen wollen, stehen sie in einem See. Die Wassermassen haben sich nicht nur über die Kleingärten und die Ruhrwiesen, sondern auch über den Hundesportplatz ergossen.

Der als Überlaufbecken vorgesehene Mühlenstrang gleicht einem Fluss, ist nur noch mit einem Trecker passierbar. Glück gehabt hat die Altstadt: Sie bleibt vom Wasser verschont. Der Hochwasserhöhepunkt war voraussichtlich heute morgen um 8 Uhr erreicht. Vorsorglich hat die Feuerwehr jedoch einen Krisenstab eingerichtet. Der arbeitet zur Stunde noch.

Warendorf. Ein Blitz schlägt in zwei Wohnhäuser ein, setzt sie aber nicht in Brand.

Ostwestfalen. Weniger Glück haben die Bewohner zweier Häuser in Detmold und Bielefeld. Blitzschläge entzünden die Dachstühle. Verletzt wird aber niemand. Im Kreis Paderborn fahren rund 400 Rettungskräfte etwa 1000 Einsätze. „Aus Wiesen und Feldern wurde eine riesige Seenplatte“, sagt ein Polizeisprecher in Paderborn.

Münster. 36 Liter Regenwasser gehen am Donnerstagmorgen innerhalb von zwei Stunden auf jeden Quadratmeter im Münsteraner Kreuzviertel nieder, sorgen für überflutete Straßenzüge und Keller. Besonders der Berufsverkehr wird massiv behindert. In der Leitstelle der Berufsfeuerwehr stehen ab 7.15 Uhr die Notruf-Telefone nicht mehr still. Rund 40 Keller müssen nach leer gepumpt werden. Ein Computer-Serverraum beim Landschaftsverband und ein Kindergarten beim LVM sind voll von der braunen Brühe. Teilweise steht das Wasser bis zu 60 Zentimeter hoch in unteren Räumen. Die Aa im Kreuzviertel riecht nach Fäkalien, an der Promenade am Breul wird von dem stark angeschwollenen Flüsschen ein Schacht samt Deckel durch den Wasserdruck aus der Verankerung gerissen.Pumpen einpacken, Schläuche einrollen - Aufräumarbeiten

So schnell, wie das Wasser Teile Münsters überflutete, ging es auch wieder zurück. Gegen 10 Uhr konnte die Feuerwehr ihre Tauchpumpen wieder verladen und alle Schläuche einrollen.

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In eine ausgedehnte Seenlandschaft verwandelte der Regen das Ruhrtal. Kühe flüchteten auf ein kleines Eiland - ein anderer Teil der Herde in die Stadt.

Der Schwerter Mühlenstrang ist weit über die Ufer getreten.

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