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„Zwei im falschen Film“: Wie langweilig darf Liebe sein?

Stuttgart. Gibt es nach acht Jahren Beziehung noch Romantik und Leidenschaft? Oder ist es okay, wenn Jogginghose und Couch dominieren? Mit dieser Frage beschäftigt sich „Zwei im falschen Film“. Das ist meistens witzig, macht aber auch nachdenklich.

„Zwei im falschen Film“: Wie langweilig darf Liebe sein?

Hans (Marc Hosemann) und Laura (Laura Tonke) sind seit acht Jahren zusammen. Romantik gibt es schon lange nicht mehr in ihrer Beziehung. Foto: Friede Clausz/Studio.TV.Film GmbH

Was Hans und Laura erleben, dürfte wohl jeder kennen, der schon seit einigen Jahren in einer Beziehung ist. Und fürchten dürfte es auch jeder. Denn mit einer romantischen Paar-Beziehung hat es nicht mehr viel zu tun.

Statt sich füreinander schön zu machen oder auszugehen, verbringen die beiden ihre Abende zuhause Chips essend mit Videospielen in Jogginghose und - in Lauras Fall - mit Augenmaske im Gesicht. Ist das noch Liebe oder sitzen da zwei richtig gute Kumpels auf dem abgewetzten Sofa?

Diese Frage stellen sich auch Hans (Marc Hosemann) und Laura (Laura Tonke), die seit acht Jahren zusammen sind. Dass den beiden die Erotik abhandengekommen ist, wird allein daran deutlich, dass Hans seine Freundin nicht Laura nennt - sondern Heinz. Der Kosename zeigt zwar die Vertrautheit zwischen den beiden, aber eben auch eine gewisse Asexualität. Sogar Hans' Kumpel attestiert den beiden eine Art „Geschwisterliebe“.

Ein Dinner beim Chinesen zu ihrem Jahrestag macht das Ganze noch schlimmer. Dort begegnet den beiden Lauras Ex-Freund, dem Hans bereitwillig ihre Nummer gibt. „Bist du überhaupt nicht eifersüchtig?“, fragt Laura. Hans' Antwort ist so einfach wie erstaunlich: „Nein“. In dem Moment müssen sich beide fragen: Sind sie noch aus Liebe zusammen oder aus Gewohnheit?

Aufgeben wollen Hans und Laura ihre Beziehung aber nicht - und machen schließlich eine Liste mit all den Dingen, die ihrer Meinung nach in einer Beziehung dazugehören. Romantik, Leidenschaft, Eifersucht. Dass vor allem der dritte Punkt dann doch gut klappt, macht die Mission Beziehungs-Rettung allerdings zunächst nicht einfacher.

Mit „Zwei im falschen Film“ gelingt Regisseurin Laura Lackmann („Mängelexemplar“) eine fast schon tragisch-komische Komödie mit zwei liebenswerten Hauptdarstellern, mit denen sich Zuschauer durchaus identifizieren können. Manche Szenen sind vielleicht ein bisschen zu klischeehaft - angefangen von Lauras Maske auf der Couch bis hin zu dem Flirt, den Hans mit seiner neuen jungen Mitarbeiterin anfängt. Dennoch regt der Film gerade deswegen zum Nachdenken an, weil er so nah am schnöden Beziehungsalltag ist.

„In 'Zwei in falschen Film' beobachten wir ein Pärchen, das alle Versuche unternimmt, eine filmreife Liebe zu leben. Sie scheitern an der Tatsache, dass so etwas natürlich nicht möglich ist“, erklärt Lackmann in einem Regiestatement zum Film. Und: „Auch im Alltag erlebe ich, dass man sich fortwährend bemüht, sein Leben wie einen Film zu führen. Darüber hinaus wundert man sich dann jedoch bewusst oder unbewusst, dass beim Küssen keine Musik ertönt.“ Nur so viel vorab: Am Ende gibt es dann doch eine filmreife Szene. Wie die zu deuten ist, bleibt aber jedem selbst überlassen.

Zwei im falschen Film, Deutschland 2017, 107 Min., FSK ab 12, von Laura Lackmann, mit Laura Tonke, Marc Hosemann, Sebastian Schwarz

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