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Zweiter Gutachter im „Horrorhaus“-Prozess stützt Mord-These

Paderborn. Der Tod der 41-Jährigen Susanne F. im sogenannten „Horrorhaus“ von Höxter wäre nach Ansicht eines neuen Gutachters vermeidbar gewesen. „Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wäre Susanne F. bei rechtzeitiger Behandlung nicht gestorben“, sagte der Neurologe Walter Stummer der Uniklinik Münster am Dienstag vor dem Landgericht Paderborn. Dort läuft seit Herbst 2016 der Mordprozess gegen ein Paar, dass über Jahre hinweg mehrere Frauen aus Niedersachsen in ihr Haus in Höxter gelockt und dort schwer misshandelt haben soll. Zwei Frauen überlebten das Martyrium nicht.

Zweiter Gutachter im „Horrorhaus“-Prozess stützt Mord-These

Das Wohnhaus des beschuldigten Ehepaares in Höxter-Bosseborn (Nordrhein-Westfalen). Foto: Jonas Güttler/Archiv

Der Tod von Susanne F. im Frühjahr 2016 hatte die Ermittlungen gegen das Duo ins Rollen gebracht. Nach einem Sturz auf den Kopf hatten die beiden Angeklagten die geschwächte Frau zurück in ihre Wohnung nach Bad Gandersheim bringen wollen. Wegen einer Autopanne waren sie unterwegs aufgeflogen. Susanne F. starb in einem Krankenhaus in Niedersachsen.

Mit seiner Aussage am Dienstag stützt der Gutachter nun die Anklage, die von Mord durch Unterlassen ausgeht. Der Staatsanwalt hatte die zweite Expertise angefordert, nachdem ein erster Gutachter dies in Zweifel gestellt hatte. Stummer gab nun vor Gericht an, die erste Einschätzung der Uniklinik Göttingen sei zu undifferenziert.

Die Hirnblutung von Susanne F. sei behandelbar gewesen. Vielmehr habe sie erst in einer Kombination mit anderen Faktoren zum Tod geführt. Gravierend sei etwa die Unterkühlung gewesen. Außerdem versagte schließlich der Kreislauf der geschwächten Frau. Bei rechtzeitiger Hilfe hätte Susanne F. nach Auffassung des Experten dagegen Überlebenschancen gehabt.

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