Das Paar, das aus der Kälte kam

Im Kino

„Zwischen zwei Leben“ erzählt von einem Mann und einer Frau, die sich durch die Wildnis quälen. Ein Kampf, der beiden alles abverlangt.

Dortmund

, 08.12.2017, 17:05 Uhr / Lesedauer: 2 min
Gibt nicht auf: Kate Winslet als Alex Foto: 20thCentury Fox

Gibt nicht auf: Kate Winslet als Alex Foto: 20thCentury Fox

Der Survival-Thriller ist ein alter Bekannter unter den Filmgenres, auch wenn Leonardo DiCaprio in „The Revenant“ einen zähen Hund jüngst neu definierte. Wir kennen die Robinsonade mit Tom Hanks („Castaway“), den Tatsachen-Plot von den Kannibalen („Überleben“), auch die Paarung Mann und Frau, obwohl einem auf die Schnelle bloß eine lahme Komödie mit Anne Heche und Harrison Ford einfällt.

Hauptdarsteller, die man nicht ins Gras beißen sehen will

Alles schon gesehen in puncto Überlebenskampf. Warum also verfolgt man das Drama „Zwischen zwei Leben“ mit Anteilnahme und einer Dosis Mitfiebern, die uns gemurmelte Ratschläge gen Leinwand schicken lässt? Weil der Film in Kate Winslet und Idris Elba zwei kreuzsympathische Hauptdarsteller hat, die man nicht ins Gras beißen sehen will.

Weil Drehbuch und Hany Abu-Assads Regie mindestens in der ersten Hälfte alles richtig machen und einen harschen, nüchternen Realismus an den Tag legen, der sogar eine Romangeschichte wie diese glaubhaft wirken lässt.

Die Story kommt ruckzuck zur Sache

Die Story kommt ruckzuck zur Sache. Weil der Flug, der sie zur Hochzeit bringen soll, ausfällt, mietet Alex (Winslet) eilig eine Privatmaschine. Einen Wildfremden (Elba), der sich als Ben vorstellt, nimmt sie mit. Beide bereuen ihren Trip, als der Flieger in den Bergen abstürzt. Pilot tot, Handy auch, und keiner weiß von ihrem Flug.

Schöne Bescherung. Ringsum bloß Wildnis und Schnee. Sie tragen alle Klamotten, die sie haben, verfeuern, was da ist, zählen die Kekse. Immerhin, der Hund hat auch überlebt. Auf Rettung warten oder den Abstieg wagen?

Sie stapfen los, trotz Alex‘ Humpelfuß

Sie stapfen los, trotz Alex‘ Humpelfuß. Es gibt Pumas, Gebirgsflüsse, Klippen, Kälte, Tiefschnee, Galgenhumor und Verzweiflung: spannend. Sie machen sich Mut, sie halten zusammen.

Und ja, da wächst mehr als Kameradschaft. Das ist erwartbar bei attraktiven Darstellern, aber so schmalzfrei in Szene gesetzt, dass man innerlich nicht protestiert. Ein bisschen Wärme im kalten Winter, nichts dagegen einzuwenden.