Peter Handke: „Die Obstdiebin“

Buchkritik

Der Erzähler schlendert eines Sommertages barfuß über die Wiese seines Gartens – und wird von einer Wespe gestochen. In Peter Handkes Erzählung „Die Obstdiebin“ natürlich ein Zeichen, um sich auf den Weg zur titelgebenden Obstdiebin ins Landesinnere, genauer in die französische Picardie zu machen.

von Britta Helmbold

23.11.2017, 08:23 Uhr / Lesedauer: 1 min
Peter Handke: „Die Obstdiebin“

Auf Seite 166 besinnt sich der Erzähler dann, dass es an der Zeit sei, zu erklären, was es mit der Obstdiebin auf sich habe.

Die restlichen fast 600 Seiten füllt Handke mit der Reise der Obstdiebin von Paris in die Picardie auf – wie immer wunderbar poetisch und mit kreativen Wortschöpfungen, zum Beispiel äugen anstatt sehen oder Fremdlingin für Fremde.

Doch vor dem Aufbruch gibt es Ratschläge vom Papa. An den drei Reisetagen erlebt die Frau einiges, trifft auf Menschen wie einen Pizza-Lieferanten, eine ehemalige Schulkameradin, einen Herbergsvater...

Wie immer bei Handke passiert nicht viel, aber das ist schön erzählt.

Peter Handke: Die Obstdiebin, 558 S., Suhrkamp, 34 Euro, ISBN 978-3-518-42757-6.
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