Sanaa-Gebäude muss aufwendig saniert werden

Auf Zollverein-Gelände

Seit seiner Errichtung 2006 gilt das Sanaa-Gebäude auf dem Gelände der Zeche Zollverein in Essen als architektonisches Meisterwerk. 23 Millionen Euro hat der Bau des weißen Würfels gekostet, jetzt muss das 34 Meter hohe Bauwerk mit den markanten 134 Fensteröffnungen aufwendig saniert werden.

Essen

, 19.12.2017, 16:54 Uhr / Lesedauer: 2 min
Das „Sanaa-Gebäude“ auf dem Gelände von Zeche Zollverein in Essen wird aufwendig saniert. Foto: dpa

Das „Sanaa-Gebäude“ auf dem Gelände von Zeche Zollverein in Essen wird aufwendig saniert. Foto: dpa

Der Beton ist verwittert, das Flachdach ist von Regen und Schnee angegriffen, außerdem muss ein neues Heizsystem eingebaut werden, hat das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau, Stadtentwicklung und Gleichstellung festgestellt.

Die Sanierung kostet mehrere Millionen Euro

„Der Sanierungsaufwand wird auf jeden Fall bei mehreren Millionen Euro liegen. Ein genauer Betrag ist noch nicht seriös zu beziffern“, so Fabian Götz, Sprecher des Ministeriums. Der Sanierungsbedarf des Kubus‘ sei lange bekannt. „Grund ist der hohe gestalterische Anspruch des Gebäudes, der bautechnisch schwer umsetzbar war. Das liegt unter anderem an der Entwässerung der Dachflächen und offenen Innenhöfe“, so Götz. Eine erste Sanierung-Planung liegt vor. Das Land und die Zollverein-Entwicklungsgesellschaft stimmen die Planung jetzt ab.

Geheizt werden die 5000 Quadratmeter Gebäude-Fläche mit Grubenwasser. In die 25 Zentimeter dicken Wände ist ein 3000 Meter langes Schlauchsystem einbetoniert. Durch das Rohrsystem läuft 28 Grad warmes Wasser aus der Wasserhaltung der stillgelegten Zechenschächte. Ab 2020 ist das nicht mehr möglich. Spätestens dann braucht das Gebäude ein neues Heizsystem.

Weißer Kubus ist auch die Heimat der C.A.R.-Messe



Entworfen wurde der Kubus von den Architekten Kazuyo Sejima und Ryue Nishizawa des Architektenbüros Sanaa in Tokio. Ausgeführt wurde der Bau vom Essener Architekten Heinrich Böll. Der Bund Deutscher Architekten zeichnete das Gebäude 2010 mit einem Architekturpreis für „beste städtebauliche Symbolik“ aus.

Die schon wieder geschlossene „School of Management and Design“ war 2006 der erste Nutzer des Gebäudes. Seit 2010 wird der Kubus von der Folkwang-Universität der Künste genutzt. Seit diesem Wintersemester steht dem Fachbereich Gestaltung außerdem ein Neubau in der Nachbarschaft zur Verfügung. Auch die Kunstmesse „contemporary art ruhr“ (C.A.R.) hat im Sanaa-Gebäude eine Heimat.

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