Silvia Stolzenburg: „Die Salbenmacherin und die Hure“

Buchkritik

Nürnberg im Sommer 1409: In der Stadt geht ein gefährliches Fieber um. Und am Ufer der Pegnitz wird ein Toter an Land gespült – ohne Kopf, Hände und Eingeweide.

23.12.2017, 06:05 Uhr / Lesedauer: 1 min
Silvia Stolzenburg: „Die Salbenmacherin und die Hure“

Schnell macht die Mär die Runde, ein Werwolf treibe sein Unwesen in der Stadt. Daran glaubt Olivera in Silvia Stolzenburgs historischem Roman „Die Salbenmacherin und die Hure“ nicht. Doch sie muss vorsichtig sein, damit sie nicht vom Medicus oder anderen Bürgern als Hexe denunziert wird.

Eigentlich lebt die junge schwangere Orientalin glücklich mit Mann Götz, ihrer Tochter und dem jungen Gehilfen Jona in ihrem Haus und geht ihrer Leidenschaft nach – dem Herstellen von Salben und Cremes. Jona lässt sich jedoch von seinem Freund überreden, nachts auf Werwolf-Jagd zu gehen. Und beobachtet dabei, wie ein riesiger Fremder am Fluss einen Bettler mit einem Messer ermorden will. Der Fremde wird auf die Jungen aufmerksam und verfolgt sie. Zum Glück können sie sich retten.

Der Fremde soll weiter morden, das will sein Auftraggeber so. Auch der jungen Hure Gerlin begegnet der unheimliche Mann, der sich selbst Werwolf nennt. Wieder ein spannender historischer Roman aus der Feder der mehrfach mit dem „Homer“, dem Preis für historische Literatur, ausgezeichneten Autorin. Ihr gelingt es wunderbar, den Leser mitzunehmen auf eine Zeitreise. Sehr lesenswert.

Silvia Stolzenburg: Die Salbenmacherin und die Hure, 284 S., Gmeiner, 15 Euro, ISBN 978-3-8392-2157-0.
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