Tatort-Kommissare Batic und Leitmayr machen Dickens zum Kammerspiel

Konzerthaus Dortmund

Mit einem Typen wie Ebenezer Scrooge würden die Kriminalhauptkommissare Ivo Batic und Franz Leitmayr spielend fertig. Dass sie aber nicht nur knallharte Polizisten spielen, sondern auch Weihnachtsstimmung verbreiten können, zeigten sie im Konzerthaus.

Dortmund

, 01.12.2017, 18:42 Uhr / Lesedauer: 2 min
Miroslav Nemec (l.) und Udo Wachtveitl machten Dickens‘ Weihnachtsgeschichte zum Kammerspiel. Foto Nimmesgern

Miroslav Nemec (l.) und Udo Wachtveitl machten Dickens‘ Weihnachtsgeschichte zum Kammerspiel. Foto Nimmesgern © Stefan Nimmesgern

Im ausverkauften Konzerthaus Dortmund machten die beiden Münchner „Tatort“-Darsteller Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl am Donnerstag die Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens zum faszierenden Bühnenmärchen. Da saß das erwachsene Publikum zwei Stunden gebannt und staunend wie die Kinder und sah, wie zwei großartige Schauspieler die Erzählung aus dem Jahr 1843 zum Kammerspiel machten.

Wachtveitl und Nemec sind ein eingespieltes Krimi-Team

Seit 26 Jahren sind der 59-jährige Wachtveitl und der vier Jahre ältere Nemec ein eingespieltes Krimi-Team. Das waren sie auch in der wunderbaren Inszenierung von Martin Mühleis. Libor Sima hat für ein Streichquintett (mit Engelsflügeln) Musik komponiert, die die Stimmungen verdichtete.

Nur zwei Lesepulte mit Kerzen brauchten die Schauspieler, um die Atmosphäre eines Schwarz-Weiß-Films auf die Bühne zu bringen. Miroslav Nemec war Scrooge, den vier Geister in einen guten Menschen verwandeln. Als Ausbund an Gehässigkeit, bis zur Lodenmantelkragenspitze gefüllt mit Ekel vor Nächstenliebe, ließ er den Geizhals granteln.

Udo Wachtveitl war der Mann der 1000 Stimmen

Am Schluss – nachdem ihn die Geister bekehrt hatten, tänzelte er mit hinreißend beschwingter Leichtigkeit und Lebenslust durch sein neues Leben als Gönner und Menschenfreund.

Udo Wachtveitl war der Mann der 1000 Stimmen in den Geisterrollen. Die Warnungen des Geistes von Scrooges verstorbenen Geschäftspartners Marley raunte und quietschte er in den Saal. Als Schwester des Geizhalses war er ein Ausbund an Herzlichkeit und als Geist der Zukunft ein großartiger Komödiant.

Ein großartiger Abend mit zwei grandiosen Schauspielern

Ein dichter, großartiger Abend mit zwei grandiosen Schauspielern. Dieses Bühnenmärchen hat das Zeug, ein Klassiker in der Vorweihnachtszeit zu werden. Wer es verpasst hat, kann es auf dem Hörbuch der beiden Münchner erleben (sagas.edition, 24 Euro).

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