Vigdis Hjorth: „Bergljots Familie“

Buchkritik

Die betagten Eltern wollen ihre Ferienhäuser auf einer norwegischen Insel verschenken – an die beiden jüngsten Töchter. Die älteren Geschwister sollen ausgezahlt werden.

15.11.2017, 08:13 Uhr / Lesedauer: 1 min
Vigdis Hjorth: „Bergljots Familie“

Nur wird der Wert der Häuser viel zu niedrig taxiert. So beginnt Vigdis Hjorths beeindruckender und zugleich bedrückender Roman „Bergljots Familie“.

Bergljot, eine Frau Anfang 50, will seit Jahren mit ihren Eltern nichts mehr zu tun haben. Sie will nicht mehr hören, wenn ihre Mutter wieder droht, eine Überdosis Tabletten zu schlucken. Auch mit ihren Geschwistern ist der Kontakt noch weniger als sporadisch. Doch durch die Erbstreitigkeiten kommt sie zumindest ihrem älteren Bruder wieder etwas näher. Die Autorin schreibt einfühlsam über totgeschwiegene Übergriffe, viele Lügen und den Versuch, nach außen hin eine heile Welt aufrechtzuerhalten, die es so eigentlich nie gegeben hat. Ein Roman, für den man sich Zeit nehmen sollte.

Vigdis Hjorth: Bergljots Familie, 385 S., Osburg, 20 Euro, ISBN 978-3-95510-139-8.
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