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Wahnsinn in Wellinghofen

DORTMUND Der Volksmund übertreibt gerne, wenn er von „echten Pokalfights“ oder „dramatischen Spielen“ spricht. Gestern Abend nicht. In einem Wahnsinnsmatch schalteten Borussia Dortmunds Frauen Erstligist VfL Oldenburg mit 37:36 (20:19, 33:33) in der Verlängerung des DHB-Pokal-Achtelfinales aus – Spannung pur.

von Von Thomas Rellmann

, 19.12.2007
Wahnsinn in Wellinghofen

Acht Mal traf Svenja Spriestersbach, die hier Sabrina Neuendorf düpiert.

70 Minuten Handball auf des Messers Schneide erlebten die 800 Zuschauer in Wellinghofen. Ein Klassenunterschied? Fehlanzeige. Knapp 30 Sekunden vor Ablauf der Extra-Zeit gelang Kim Abdoelhafiezkhan das entscheidende Tor. Großartig, wie sich die Kreisläuferin gegen das Abwehr-Bollwerk durchtankte. Der Gegenzug des Favoriten verpuffte im dichten BVB-Verbund. Danach kannte der Jubel keine Grenzen.

Freudentränen

Weder auf den Rängen noch auf dem Parkett, wo sich die Dortmunderinnen mit Freudentränen in den Armen lagen. „Geil, einfach geil“, rief Svenja Spriestersbach. „So ein Krimi!“ Auch Thomas Happe hatte diesmal gar keine Lust auf eine fundierte Analyse: „Das war einfach toller Handball für unsere Zuschauer“, so der Coach.

Packend war es allemal. Und speziell die erste Hälfte war mit 39 Treffern torreich wie selten. Der BVB glänzte mit sehr variablem Angriffsspiel, während es die Gäste fast immer über die schnelle Mitte versuchten. Doch Borussia ließ nie locker, brachte die ersten sechs Angriffe im Tor unter und profitierte vor allem von einer Irina Pusic in Galaform. Die 34-Jährige war gegen ihren Ex-Klub doppelt motiviert, traf aus unmöglichen Positionen und fabrizierte kluge Kreis-Anspiele.

Kein Wunder, dass VfL-Trainer Leszek Krowicki Pusic nach der Pause durch Wiebke Kethorn in Manndeckung nehmen ließ. Doch jetzt sprangen andere in die Bresche. Etwa Miranda Robben, die zwar auf Rechtsaußen wie Steffi Glathe links im ersten Abschnitt nicht einmal zum Abschluss kam, später aber doch noch aufdrehte. Zudem funktionierte die Defensive in Durchgang zwei immer besser. „Wir haben unglaublich gekämpft“, fand Glathe. Und hatte Recht.

Nie aufgesteckt

Selbst als binnen zehn Minuten aus einer 24:21-Führung ein 28:30-Rückstand wurde, steckten die Schwarzgelben nie auf, ließen sich auch von einigen leichten Fehlwürfen nicht verunsichern – und wurden dafür belohnt. Dieser Sieg sollte der Mannschaft Auftrieb für den Liga-Alltag geben. Und ganz nebenbei winkt nun bei einem Sieg im Viertelfinale schon das Final Four. K Thomas Rellmann  BVB: Tienstra, Titze - Pusic (7), Spriestersbach (8), Glathe (1), Porvaznikova (2), Abdoelhafiezkhan (11/4), Fiedel (4/1), Robben (4), Barz, Köhler