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0:1-Pleite - BVB ergibt sich Mainz

Rückschlag im Europa League-Kampf

MAINZ Borussia Dortmund hat im Kampf um europäisches Terrain einen empfindlichen Rückschlag hinnehmen müssen. Am Samstag verlor der BVB nach enttäuschender Leistung vor 20.300 Zuschauern beim FSV Mainz 05 mit 0:1 (0:1) und trübte die eigene Auswärtsbilanz weiter ein. Nur eine der letzten sechs Partien in der Fremde konnte das Team von Trainer Jürgen Klopp für sich entscheiden.

von Von Sascha Fligge

, 10.04.2010
0:1-Pleite - BVB ergibt sich Mainz

Eine seltene Szene gegen Mainz: "Kuba" setzt sich im Kampf um den Ball durch.

Mainz ist schon ein ganz besonderes Stück Bundesliga. Zur Begrüßung gibt’s auch für den Gegner Applaus, die Gästefans zelebrieren die Spielervorstellung gemeinsam mit dem Stadionsprecher der Rheinhessen – und im speziellen Fall dieses Samstagnachmittags wurden Ex-Mainzer im Team des BVB während der Verlesung ihrer Namen auch noch mit Sprechchören durch den FSV-Anhang gefeiert. Fairness, wie sie einzigartig ist im Fußball. Zwischen der ersten und der zehnten Spielminute blieb es allerdings weitgehend ruhig am Bruchweg. Anhänger beider Seiten demonstrierten schweigend gegen Kollektivstrafen durch den Deutschen Fußball-Bund und die Diskussion um ein Verbot von Stehplatz-Arealen in den Stadien. Erst um 15.40 Uhr wurde es laut. Einen Grund für gewaltige emotionale Eruptionen, die die Aktion fraglos hätten unterwandern können, hatten die Spieler den Fans bis dahin nicht geliefert.

Dortmund – in der Vorwärtsbewegung ohne Struktur, mit hoher Fehlerquote im Passspiel und auf den offensiven Außenpositionen vor allem durch Radoslav Zabavnik sowie Malik Fathi effektiv in Schach gehalten – verbrachte zwar 60,7 Prozent der ersten 45 Minuten in der Hälfte des FSV Mainz 05, seine wenigen hochkarätigen Möglichkeiten verwertete das Klopp-Team allerdings nicht. Lucas Barrios (23./25.) und Patrick Owomoyela (24.) scheiterten jeweils an Torhüter Heinz Müller oder sich selbst. Den Mainzern indes, die vor heimischer Kulisse Statistikern zufolge jede neunte Chance nutzen, genügte diesmal eine einzige: Adam Szalai versetzte an der Strafraumgrenze erst Sven Bender, dann Mats Hummels und schließlich mit einem Schuss ins linke Eck den machtlosen BVB-Torhüter Roman Weidenfeller – 1:0 für den FSV, bereits das 20. Tor eines im Mittelfeld aufgebotenen Mainzers in dieser Saison!

Jürgen Klopp reagierte in der 57. Minute auf die phasenweise überreizt lässig wirkende Vorstellung seines Teams und brachte in Nelson Valdez für den enttäuschenden Kevin Großkreutz einen frischen Offensivakteur. Aber auch das nächste Ausrufezeichen im Spiel nach vorne setzten die Gastgeber: André Schürrle machte 30 Sekunden lang mächtig Meter im Kampf um eine Balleroberung – und als er die Kugel schließlich hatte, knallte er sie aus der zweiten Reihe an die Unterkante der Latte (59.). Vergleichbaren Einsatz bekamen die BVB-Fans von ihrem Team nicht zu sehen. Dortmund scheiterte beim Versuch, zum ersten Mal seit dem 11. April 2009 (3:1 in Köln) aus einem Rückstand einen Sieg zu machen. Am Ende reisten die Borussen, die nur noch eine nennenswerte Großchance erzwangen (Owmoyela köpfte über das Gehäuse, 87.), ohne Punkt zurück ins Ruhrgebiet. Der Vorsprung auf den Tabellenfünften Werder Bremen beträgt seit Samstag, 17.20 Uhr, nur noch einen Zähler.