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2:1 gegen Bremen - BVB jetzt Leverkusen-Jäger

Europa ganz nah

DORTMUND Spätestens seit Samstagnachmittag, 17.22 Uhr, glaubt niemand mehr daran, dass die nächste europäische Fußball-Saison ohne Borussia Dortmund stattfinden könnte. Durch den 2:1 (2:0)-Sieg gegen den direkten Verfolger Werder Bremen vor 80.552 Zuschauern im ausverkauften Signal Iduna Park festigte der BVB den vierten Tabellenplatz und befindet sich nun sogar wieder in Champions League-Schlagweite.

von Von Sascha Fligge

, 03.04.2010
2:1 gegen Bremen - BVB jetzt Leverkusen-Jäger

Dortmunder Jubel: Die Mitspieler beglückwünschen Kevin Großkreutz zu seinem fünften Saisontor.

Die Brisanz des Spiels spiegelte sich schon vor dem Anpfiff in kleinen Sticheleien zwischen den Trainern wider. „Das ist die offensivste Bremer Elf seit langer Zeit“, sagte BVB-Trainer Jürgen Klopp, sein Gegenüber Thomas Schaaf entgegnete beim TV-Sender Sky hämisch: „Dann hat er uns wohl nicht allzu oft gesehen!“ Was sich auf dem Papier für Klopp äußerst offensiv las, sah auf dem Rasen zunächst in der Tat alles andere als spektakulär aus, denn den vermeintlichen Offensivakteur Aaron Hunt hatte Schaaf aufgrund der Ausfälle von Torsten Frings (gesperrt) und Tim Borowski (Grippe) ins defensive Mittelfeld eingruppiert.  

  Ohne ihren Kapitän, den Ex-Dortmunder Frings, ging für Werder im Signal Iduna Park anfangs so ziemlich alles schief, was schief gehen konnte. Die BVB-Fans indes hatten ihren Spaß wie schon lange nicht mehr: Bereits nach 22. Minuten stand es 2:0, weil Kevin Großkreutz per Kopf einen Traum-Tempogegenstoß über Jakub Blaszczykowski und Patrick Owomoyela (ließ Nationalspieler Marin stehen) per Kopf zielgenau abschloss (10.) und Manndecker Neven Subotic eine Ecke von Mohamed Zidan ebenfalls mit dem Schädel ins Tor drückte (22.). Für die Bremer waren es im gesamten Saisonverlauf erst die Kopfballgegentore Nummer vier und fünf.   Der Jubel der Dortmunder Fans wurde nur noch größer, als die Zwischenstände aus Gelsenkirchen (0:2 gegen München, bekanntgegeben um 15:57 Uhr) und Frankfurt (1:0 gegen Leverkusen, 16:00 Uhr) auf der Anzeigetafel eingeblendet wurden. Der Signal Iduna Park – jetzt ein emotionales Tollhaus. Die Borussia führte deutlich, Erzrivale Schalke lag hinten, und selbst eine Jagd auf Leverkusen, das aktuell den Champions League-Qualifikationsplatz belegt, erschien für die Dortmunder plötzlich wieder möglich.  

  Gegen Ende der ersten Hälfte geriet Klopps Team allerdings zunehmend selbst in Bedrängnis. Es stand zu tief, erledigte in Person der Mittelfeld-Außen Blaszczykowski und Großkreutz wichtige Defensivaufgaben nicht, sodass der schnelle Bremer Özil chronisch ungebremst auf die athletisch unterlegenen Sebastian Kehl und Nuri Sahin zulaufen konnte. Phasenweise „schwamm“ der Gastgeber regelrecht, bei Torhüter Roman Weidenfeller mussten sich die Borussen für einen Weltklasse-Reflex gegen Pizarros Schuss bedanken (39.).   Werder dominierte nun, Leverkusen traf ins Schwarze, Schalke ebenfalls und Bayerns Hamit Altintop flog vom Platz. Aber all das blieb den BVB-Anhängern, die „ihre Helden“ mit Ovationen in die Kabine schickten, zunächst verborgen – die Anzeigetafel verkündete lange Zeit ausschließlich, was gefiel.  

  In der Pause reagierte Jürgen Klopp auf die Probleme im defensiven Mittelfeld und brachte in Sven Bender einen frischen Mann für Kapitän Sebastian Kehl – Thomas Schaaf schickte in Daniel Jensen (er ersetzte den enttäuschenden Marko Marin) ebenfalls einen eher defensiv orientierten Akteur auf den Rasen.   Die Gäste blieben auch in der zweiten Hälfte lange das spielbestimmende Team – einzig die ungewohnt schwache Chancenverwertung verhinderte, dass die Partie kippte: Pizarro traf aus zwölf Metern das Gehäuse nicht (50.), nach Nuri Sahins katastrophalem Ballverlust gegen Özil scheiterte Pizarro schließlich auch noch an der Latte (60.). Erst Hunt, der ein starkes Spiel machte, sorgte für Zählbares. Eine Kette von Fehlern in der BVB-Defensive nutzte er und zirkelte den Ball an Weidenfeller vorbei ins Netz – nur noch 2:1 für den BVB (65.).   Das Dortmunder Spiel bestand nach dem Seitenwechsel bis zur 84. Minute vornehmlich aus Fehlpässen, Stockfehlern und Nervenflattern. Erst in der Schlussphase stellte der BVB noch einmal den Fuß aufs Gaspedal und vergab durch Tamas Hajnal (84.), Marcel Schmelzer (87.) und Lucas Barrios (89./90./90.+2) selbst fünf Top-Chancen. Nach dem 2:1-Sieg gegen den direkten Konkurrenten Werder Bremen träumt Klopps Team jetzt sogar vom ganz großen Coup, denn Bayer Leverkusen ist nur noch einen Punkt entfernt - und spielt am kommenden Wochenende gegen den FC Bayern München