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BVB steht vor radikalem Umbruch

Administrative Änderungen sind nur der Anfang

DORTMUND/MÜNCHEN Eine andere Struktur, ein grundsanierter Kader und wohl auch ein neuer Trainer - Borussia Dortmund steht vor dem größten Umbruch der vergangenen Jahre. Die ersten Veränderungen gibt es im administrativen Bereich.

Administrative Änderungen sind nur der Anfang

Werden künftig viel zu besprechen haben (v.l.): Hans-Joachim Watzke, Michael Zorc und Sebastian Kehl. Foto: imago

Man schrieb das Jahr 2012, als Hans-Joachim Watzke ahnte, dass die kommenden Jahre schwierig werden könnten. Borussia Dortmund hatte gerade die zweite Meisterschaft in Serie gefeiert, es war eine Zeit, in der der BVB zum Liebling der Massen wurde, weil da eine Mannschaft auf dem Rasen stand, die alles gab, die berauschenden Fußball spielte, die eine große verschworene Gemeinschaft bildete und die den in seinem eigenen Saft schmorenden FC Bayern in Serie demütigte.

„Die Bayern werden zurückschlagen“

Watzke wusste, dass das nicht folgenlos bleiben würde. „Die Bayern werden zurückschlagen“, sagt er damals. Und so geschah es auch. Die sechste deutsche Meisterschaft in Serie ist nur noch eine Formsache für die Bayern. Schlimmer als diese Tatsache wog am Samstag aber, wie groß mittlerweile der Leistungsunterschied zwischen den beiden deutschen Fußball-Großmächten wieder ist.

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Was Watzke damals aber nicht in diesem Umfang ahnte: Der raketenhafte Aufschwung der Borussia in allen Bereichen führte zu einer riesigen Erwartungshaltung, die der Klub zunehmend nicht mehr bedienen kann. Er ließ auch die Aufgabenfülle ansteigen. Die Anforderungen sind auf allen Ebenen massiv gewachsen. Nun reagiert der BVB konsequent.

Neu geschaffene Position

Seit Monaten ist von der Notwendigkeit eines „Umbaus“ beim BVB die Rede. Damit war in erster Linie die Mannschaft gemeint - die am Wochenende bekannt gewordenen Personalmaßnahmen zeigen aber, dass er auf einer anderen Ebene bereits begonnen hat.


Borussia Dortmund weitet auch sein Führungsgremium aus, holt wie berichtet Matthias Sammer (50) als externen Berater ins schwarzgelbe Boot und wahrscheinlich auch den ehemaligen Kapitän Sebastian Kehl zurück. Kehl (38) soll Leiter der Lizenzspielerabteilung werden und als eine Art Bindeglied zwischen Mannschaft, Trainerteam und Funktionärsebene fungieren. Dieser Posten wird eigens geschaffen.

Regelmäßiger Meinungsaustausch

„Die Dinge haben sich deutlich verändert“, sagte Sportdirektor Michael Zorc am Rande der Partie in München. „Der Fußball ist in den vergangenen Jahren noch intensiver geworden, der Klub ist stark gewachsen.“ In den Gesprächen mit Watzke sei die Erkenntnis gereift, dass man auch an der Struktur etwas ändern müsse.

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Sammer, so Zorc, werde dem BVB gut tun, „er ist ein anerkannter Fußball-Fachmann und wird uns eine ungeschminkte Analyse von der Seite geben.“ Treffen mit dem Eurosport-Experten gab es bereits, Thema sei dabei auch schon die Kadergestaltung und die Trainerfrage gewesen. Der Meinungsaustausch soll künftig regelmäßig erfolgen.

Missstände und Irritationen frühzeitig erkennen

„Es wird eine größere Sitzung alle zwei Wochen geben, wo man sich austauschen kann“, sagte Sammer am Samstag. „Ich werde keine Entscheidungen treffen. Ich bin nicht operativ tätig, bin nicht der entscheidende Mann. Ich werde versuchen, das eine oder andere in die richtige Richtung zu bringen.“

Kehls geplante Installierung spielt direkt in Zorcs Bereich hinein. Sie ist ein Indiz dafür, dass die Vereinsführung künftig stärker in die Mannschaft hineinhorchen möchte, um Missstände und Irritationen frühzeitiger erkennen zu können und rechtzeitig gegenzusteuern.

Zorc soll sich Kerngeschäft widmen

Wer will, kann darin eine indirekte  Beschneidung von Zorcs Aufgabenbereich sehen - der Manager soll sich künftig deutlich stärker wieder seinem Kerngeschäft, der Kaderplanung, widmen können. Die Zahl der Treffer auf dem Transfermarkt hat in den vergangenen Jahren deutlich abgenommen.

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