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Am Ende der Welt: Borussia jagt Hinkel

JAKARTA Irgendwie hatten sich viele Indonesier den deutschen Fußball anders vorgestellt. Englische Klubs waren schon im Land, niederländische, italienische. Stets, um Werbung für die Auslandsvermarktung der eigenen Liga zu machen. Was immer sich ihnen in den Weg stellte, fegten die Europäer förmlich vom Rasen.

von Von Sascha Fligge

, 20.12.2007
Am Ende der Welt: Borussia jagt Hinkel

Andreas Hinkel wechselt zu Celtic Glasgow.

Und so fragte ein Journalist BVB-Trainer Thomas Doll (41) nach dem wenig eindrucksvollen 1:0-Sieg seines Teams am Mittwoch gegen die Auswahl Indonesiens (Elfmetertor durch Mladen Petric, 44.), warum der BVB so langsamen Fußball spiele. „Das liege an der Reisemüdigkeit“, antwortete Doll: „Wir haben in einigen Situationen nicht schnell genug kombiniert oder den Abschluss gesucht. Aber vielleicht hätte man uns ja auch nie wieder nach Jakarta eingeladen, wenn wir das Nationalteam 5:0 weggefegt hätten.“

Lukrativste Werbefahrt des BVB

Unzählige Menschen haben den Auftritt am Mittwoch im Free-TV gesehen. Nur 20 000 (Fassungsvermögen: 100 000) waren im Nationalstadion live dabei. Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) glaubt dennoch an das Gelingen der Mission in dem 220-Millionen-Einwohner-Staat: „Hier läuft alles optimal. Wir sind mit dem BVB in jeder Zeitung vertreten. Und die Verantwortlichen des Fernsehsenders RCTI wollen langfristig mit uns kooperieren“, sagt Erik Lorenz, bei der DFL zuständig für die Geschäfte im Ausland.

12 000 Kilometer entfernt von der Heimat weilt der BVB-Tross bis heute. Es war die lukrativste Werbefahrt, die der Klub je unternommen hat (Einnahme im deutlich sechsstelligen Bereich). Hinter den Kulissen des Tabellenzehnten, das erfuhr unsere Zeitung gestern aus zuverlässiger Quelle, ging es allerdings eher ums Geld ausgeben als ums Einnehmen. Grund: Der BVB will Rechtsverteidiger Andreas Hinkel (25, einst VfB Stuttgart) vom FC Sevilla loseisen.

„Mehrere Optionen“

Anfang letzter Woche haben erste Gespräche stattgefunden. Der bisher als Top-Kandidat für die Außenbahn gehandelte und offensivere Brasilianer Etto (26, Dinamo Zagreb) soll nur dann verpflichtet werden, wenn der Deal mit dem deutschen Ex-Nationalspieler scheitert. Die Spanier rufen drei bis vier Millionen Euro Ablöse auf. Eine Summe, die der BVB bislang nicht aufbringen wollte. „Im Winter“, sagte Sportdirektor Michael Zorc, „steht für Ablösesummen ein Betrag zwischen null und nullkommaetwas zur Verfügung.“ Daran hat sich nun offenbar Grundlegendes geändert.

Mit dem Werben um Hinkels Dienste konfrontiert, sagte Zorc im Monsunregen von Jakarta gestern nur: „Wir prüfen mehrere Optionen.“

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