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BVB-Neuzugang findet sich immer besser zurecht

Akanji erhöht den Konkurrenzkampf

Knapp 20 Millionen Euro lässt sich der BVB im Winter die Verpflichtung von Manuel Akanji kosten. Es ist eine Investition in die Zukunft. In Leipzig zeigt der Schweizer Nationalspieler, warum.

LEIPZIG

04.03.2018
BVB-Neuzugang findet sich immer besser zurecht

Manuel Akanji (r.) bewertete seine Leistung in Leipzig als "ganz in Ordnung". © dpa

Manuel Akanji war mit sich im Reinen. „Ganz in Ordnung“ fand er seine Leistung beim 1:1 in Leipzig. Ein wenig fragend blickte er dennoch, so, als wolle er sicherheitshalber auch noch die Zustimmung der fragenden Journalisten einholen.

"Ich hatte einige Fehler drin"

So viel vorweg: Akanji lieferte ein ordentliches Spiel ab. Sein dritter Startelf-Einsatz seit seinem Wechsel vom FC Basel in der Winterpause bot für den Schweizer einige Höhen, allerdings auch Tiefen. "Ich hatte einige Fehler drin mit Ball, die mir sonst nicht so oft passieren", gab er zu. "Wir haben da hinten im Großen und Ganzen aber gut miteinander verteidigt."


Akanji begann gut, nach neun Minuten aber spielte er einen ziemlich schlampigen Querpass, der Leipzigs Timo Werner den freien Weg zum Dortmunder Tor ebnete. Roman Bürki sorgte dafür, dass dieser kapitale Bock folgenlos blieb.

Spielerische Lösungen

Mit der Hereinnahme des Winter-Neuzugangs reagierte BVB-Trainer Peter Stöger auf die spielerische Armut im Aufbau beim 1:1 gegen den FC Augsburg. Akanji und auf der Doppel-Sechs Mahmoud Dahoud neben Julian Weigl - diese personellen Maßnahmen sollten das Dortmunder Spiel von hinten heraus klarer strukturieren.

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In vielen Situationen ging Stögers Taktik auf. "Wir hatten das im Training einstudiert", meinte Akanji. "Wir wussten, dass Leipzig stark presst und wollten dagegen spielerische Lösungen finden. Das haben wir meistens gut gelöst." Deutlich weniger lange Bälle von Schlussmann Bürki, deutlich weniger Befreiungsschläge von der hintersten Verteidigungslinie - so bekam der BVB die Partie relativ schnell in den Griff.

Erste Pressinglinie überspielt

Akanji erfüllte als deutlich stärkerer Akteur in der Spieleröffnung im Vergleich zum Griechen Sokratis die Erwartungen. 62 Pässe spielte er, immerhin elf davon waren längere Vertikalbälle, mit denen er die erste Pressinglinie der Leipziger überspielte.

72,6 Prozent Passquote sind ein ordentlicher Wert für einen Innenverteidiger, der die Kugel nicht nur hinten herum laufen lässt, sondern der auch ein gewisses Risiko gehen soll. 75 Prozent gewonnene Zweikämpfe runden den ordentlichen Auftritt ab, der nur getrübt wurde durch den schlimmen Querpass vor die Füße von Werner und eine ähnliche Situation in der Schlussphase, die er dann selbst ausbügeln konnte.

Spannende Frage

Von den zehn bisherigen Pflichtspielen der Rückrunde hat Akanji vier bestritten. In der Europa League ist er aus taktischen Erwägungen nicht auf der Meldeliste aufgetaucht, macht vier Einsätze in den acht Liga-Partien. Eine ordentliche Bilanz, findet der 22-Jährige. "Ich freue mich über jede Minute", meinte er, "und es ist auch nicht so schwierig, wenn man dann nach einer Pause wieder spielen darf. Dafür trainiere ich ja jeden Tag mit der Mannschaft."

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Wie Trainer Stöger die Einsatzzeiten für die Innenverteidiger dosiert, das wird in den kommenden Wochen eine spannende Frage bleiben. Am Donnerstag gegen den FC Salzburg wird Sokratis wieder seinen Stammplatz einnehmen, Akanjis nächste Chance könnte dann am Sonntag gegen Eintracht Frankfurt kommen. Der Konkurrenzkampf auf dieser Position tobt, denn auch Ömer Toprak hat sich in den vergangenen Spielen der Rückrunde klar stabilisiert.

Zagadou muss sich herankämpfen

Für Sokratis könnte dies bedeuten, dass seine bislang zementierte Position als Abwehrchef bröckelt. Und als weitere Option lauert im Hintergrund ja auch noch Dan-Axel Zagadou. Unter Stöger sind die Aktien des jungen Franzosen allerdings deutlich gesunken. Er spielt momentan keine Rolle mehr und muss sich erst herankämpfen.

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