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BVB-Torjäger macht Europa League-Qualifikation perfekt

Die Barrios-Show

NÜRNBERG Glaubt man einem türkischen Journalisten, der sich am Samstag die Partie Borussia Dortmunds beim 1. FC Nürnberg ansah, wird sich der BVB demnächst vor Anfragen für Lucas Barrios (25) kaum retten können.

von Von Dirk Krampe

, 25.04.2010
BVB-Torjäger macht Europa League-Qualifikation perfekt

Im Presseraum des easy credit-Stadions fragte eben jener Journalist BVB-Trainer Jürgen Klopp nach dem 3:2 (1:1)-Sieg der Dortmunder, ob der Verein vorbereitet sei, wenn Klubs wie Fenerbahce Istanbul Dortmund mit Blanko-Schecks für Barrios ködern wollten. Klopp reagierte, wie man es von ihm erwarten konnte. „Diese Schecks“, sagte er leicht grinsend, „sind unheimlich groß. Sie glauben gar nicht, wieviele Nullen da drauf passen.“ Dass der Torjäger, der den BVB mit seinen drei Treffern gegen die abstiegsbedrohten Franken quasi im Alleingang in die Europa League geschossen hatte, seinen Marktwert mit seinen Saisontoren Nummer 16, 17 und 18 weiter gesteigert hat, darf man getrost annehmen. Es war eine Ein-Mann-Show des sensationellen Argentiniers, der seinen Torinstinkt bei den Treffern zum 1:0 per Kopf (27.) und 2:1 (62.) nachwies und beim vorentscheidenden 3:1 (78.) auch seinen unbändigen Willen. „Wie er den reingemacht hat“, meinte Verteidiger Neven Subotic anerkennend, „war genial!“

Vier Mal schoss Barrios in Nürnberg aufs Tor, drei Treffer machte er – der Frei-Nachfolger war nach 416 torlosen Minuten am Samstag wieder ein Muster an Effektivität. „Lucas“, lobte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke überschwänglich, „hat das eingebaute Tor-Gen.“ Alle drei Barrios-Treffer bereitete Nuri Sahin vor, dessen technische Beschlagenheit, sein Auge für die Situation und seine zentimetergenauen Pässe eine Augenweide waren. Schlampigkeit in der Defensive sorgte freilich dafür, dass es hintenraus noch einmal eng wurde für den BVB. „Das darf nicht passieren“, meinte Sahin, angesprochen auf die beiden Gegentreffer durch den starken Mike Frantz (30.) und den eingewechselten Christian Eigler (84.). „Das müssen wir ansprechen. Man stelle sich nur vor, wir kriegen in der letzten Minute noch das 3:3.“

Bei beiden Gegentoren sah die Dortmunder Innenverteidigung schlecht aus. „Wir haben gepennt“, gab sich Subotic einsichtig und räumte ein: „Wir haben zwar gewonnen, aber für Mats und mich ist es ein komisches Gefühl. Wir müssen da viel klarer agieren.“ Zwei Spieltage vor Saisonschluss ist Borussia Dortmund nichtsdestotrotz durch das 1:5 der Hamburger in Hoffenheim nun auch rechnerisch nicht mehr von einem der Plätze zu verdrängen, die eine Teilnahme am internationalen Geschäft garantieren. Und ein Punkt Rückstand auf Platz drei und die Champions League-Qualifikation beflügelt bei noch zwei ausstehenden Spielen die Phantasie. Sportdirektor Michael Zorc blieb dennoch beim alt bekannten Credo: „Wir wollen“, sagte er, „so viele Punkte holen wie möglich. Und dann schauen wir, was dabei herauskommt.“ Der „Club“ hingegen steckt weiter mittendrin im Abstiegs-Dreikampf mit dem SC Freiburg und dem VfL Bochum. Unten wie oben bietet die Bundesliga auf der Zielgeraden Spannung pur.