Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

BVB bläst zum Angriff auf die Champions League

Offenes Visier

DORTMUND Über Monate ist der BVB gut damit gefahren, sich der Benennung eines konkreten Saisonziels zu verweigern. Seit Sonntag, seit der feststehenden Qualifikation für die Europa League, kämpft der BVB nun mit offenem Visier. Und bläst ganz offiziell zum Angriff auf Rang drei.

von Von Dirk Krampe

, 28.04.2010
BVB bläst zum Angriff auf die Champions League

Hajnal (l.) will sich operieren lassen.

„Eigentlich“, sagt Manndecker Mats Hummels (21), „sind wir doch in einer optimalen Situation. Wir können nichts mehr verlieren. Aber wir können eine ganze Menge gewinnen. Und dafür wollen wir alles tun.“ Positiven Druck nennt er das, und verneint vehement die Frage, ob sich dieser umkehren und zu einer Belastung auswachsen könne. „Wir sind seit Wochen relativ entspannt. Ich verspüre eher eine Vorfreude aufs Saisonfinale.“

Hummels ist einer von zwei Kandidaten Jürgen Klopps als Ersatz für den verletzten Sven Bender auf der Position vor der Abwehr und neben Nuri Sahin. Der zweite heißt Tamas Hajnal. Der Ungar, eigentlich eher ein Mann für die kreativen Momente in der Offensive, durfte in Nürnberg 45 Minuten Praxis auf der für ihn ungewohnten defensiveren Mittelfeld-Position schnuppern. Auch im Trainingsspiel in Brackel am Mittwoch spielte Hajnal an der Seite Nuri Sahins. Die Besetzung der Doppel-Sechs ist nicht zum ersten Mal ein Problem für Dortmunds Trainer. Seit der BVB nach dem 1:0-Sieg in Gladbach im Oktober auf das neue System (4-2-3-1) umstellte, musste Klopp dort immer wieder improvisieren. Seit Mittwoch ist auch klar, dass es ein Comeback des verletzten Kapitäns Sebastian Kehl schon gegen Wolfsburg nicht geben wird. Kehl hatte sich am Osterwochenende einen Muskelfaserriss im Adduktorenansatz zugezogen.

Die erneute Verletzung stoppte den 30-Jährigen nach nur sechs Saisoneinsätzen, in denen der lange verletzte Ex-Nationalspieler dem BVB-Spiel einen bemerkenswerten Stempel aufdrücken konnte. Weil Kehl seine Reha bislang nur hinter verschlossenen Türen abreißt und noch nicht einmal ins Lauftraining eingestiegen ist, rückt auch ein Einsatz zum Finale am 8. Mai in Freiburg in weite Ferne. Der BVB wird auch dieses Handicap stemmen. „Für uns“, meinte  Rechtsverteidiger Patrick Owomoyela, „ist das jetzt doch eine Riesenchance. Wenn wir es schaffen, mit zwei Siegen Druck auf die Konkurrenz aufzubauen, kann viel passieren. Wir hoffen natürlich, dass der ein oder andere noch was herschenkt.“