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BVB hadert wieder mit der Chancenverwertung

Keine Tore

Wie es hätte funktionieren können, machte am Abend Hans-Joachim Watzke als Gast im „Aktuellen Sportstudio“ vor. Borussia Dortmunds Geschäftsführer traf an der Torwand drei Mal oben, ein Mal unten. Trocken und schmerzlos. Seine Angestellten hatten sich nachmittags beim 0:0 gegen einen gut organisierten VfB Stuttgart da viel schwerer getan.

DORTMUND

von Von Dirk Krampe

, 05.11.2012
BVB hadert wieder mit der Chancenverwertung

Eine riesige Torchance hatte Mats Hummels, der aber zweimal in direkter Folge am VfB-Abwehrvollwerk scheiterte.

Wie die Quoten bei den Wett-Anbietern vor der Partie gestanden haben, war nach den 90 Minuten zwar nur zweitrangig. Wer auf ein Unentschieden gesetzt hatte, der dürfte allerdings kaum das große Geld gemacht haben. Es war das vierte Remis in Serie im Signal Iduna Park zwischen diesen Teams, das 0:0 war am Ende nicht nur ein gerechtes, sondern auch wohl ein vorhersehbares Resultat.

Glücklich war der BVB mit dem Ergebnis nicht. „Wir hatten nicht die meisten Chancen“, meinte Trainer Jürgen Klopp, „aber immerhin drei sehr gute.“ Bei Hummels‘ Doppelchance innerhalb von drei Sekunden rettete zunächst VfB-Keeper Sven Ulreich sensationell, dann Arthur Boka auf der Linie (29.). Robert Lewandowski traf kurz vor Schluss nur die Latte (88.), zuvor war der ehemalige Stuttgarter Julian Schieber an Ulreich gescheitert (60.). Dazu schmerzte die Schwarzgelben eine erneute Gesichtsverletzung eines Dortmunder Spielers: Für Sebastian Kehl war nach einem Schlag ins Gesicht vom Unterarm des Stuttgarters Raphael Holzhauser das Spiel schon nach 20 Minuten beendet. Ein schlimmes Foul, das die Diskussionen um den gefährlichen Armeinsatz in Luftduellen erneut entfachte. Diagnose beim BVB-Kapitän: Nasenbein angebrochen, was mit Hilfe einer gestern angefertigten Spezialmaske immerhin eine kleine Einsatzchance für das Rückspiel in der Champions League morgen Abend in Madrid eröffnet.

Holzhauser sah von Schiedsrichter Felix Zwayer nur Gelb und war damit gut bedient. Bei „Sky“ wertete Schiedsrichter-Experte Dr. Markus Merk die Aktion hingegen als „zwingend mit Rot zu bestrafen“. Vielleicht zeigt der BVB morgen im Estadio Santiago Bernabéu ja wieder sein „anderes“, sein besseres Gesicht. Das Spiel gegen Stuttgart reihte sich nämlich ein in die Liste der vielen durchwachsenen Auftritte des Deutschen Meisters in der Bundesliga bislang, die Unterschiede zum Auftreten in der Champions League sind frappierend.

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Bildergalerie

Fußball-Bundesliga: BVB - VfB Stuttgart

Eindrücke von der Bundesliga-Partie gegen den VfB Stuttgart im Signal-Iduna-Park.
03.11.2012
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Große Diskussion nach dem Foul: Während Raphael Holzhauser bei Schiedsrichter Felix Zwayer Schadensbegrenzung betreibt, liegt Sebastian Kehl verletzt am Boden.© dpa
Mats Hummels hilft dem verletzten Sebastian Kehl auf die Beine. Wenn man genau hinsieht, kann man die Schwellung unter dem Auge schon erkennen.© dpa
Handfester Einsatz von Robert Lewandowski gegen Serdar Tasci.© DeFodi
Sven Bender auf der Tribüne - gemeinsam u.a. mit Hans-Joachim Watzke.© DeFodi
Unter dem linken Auge ist es geschwollen - in der 18. Minute verlässt Sebastian Kehl den Platz.© DeFodi
Robert Lewandowski im Zweikampf mit Serdar Tasci.© DeFodi
Es geht nicht mehr: Sebastian Kehl wird ausgewechselt.© DeFodi
Vereinsarzt Dr. Markus Braun nimmt Kehl in Empfang.© DeFodi
Arthur Etienne Boka will hier Mario Goetze den Ball wegspitzeln.© DeFodi
Jürgen Klopp ist außer sich nach dem rüden Foul an Sebastian Kehl. Er redet hier auf Bruno Labbadia ein.© DeFodi
Marcel Schmelzer sperrt hier den Ball gegen Gotoku Sakai, der hier alles versucht.© dpa
Marcel Schmelzer setzt sich gegen Raphael Holzhauser (l) und Gotoku Sakai durch.© dpa
Vorsicht mit der Zunge: Mario Götze ist hier vor Christian Gentner am Ball.© dpa
Das ging schlimm ins Auge. Nach einem Ellenbogen-Check von Raphael Holzhauser muss Sebastian Kehl verletzt vom Platz. Das linke Auge musste im Krankenhaus geröntgt werden.© dpa
Schlagworte BVB

Ob sich der Fokus der Mannschaft verschoben habe, wurde auch Watzke im ZDF gefragt. „Ich glaube das nicht“, meinte er, „aber wir haben das intern auch schon diskutiert. Wir werden das weiter beobachten.“ Mit nun 16 Punkten ist der BVB nach Leverkusens Sieg gestern auf Rang fünf abgerutscht. Die Bilanz sei „kein Desaster, aber auch kein Traum“, meinte Watzke weiter. Dortmund spürt nach dem Remis, das sich die Stuttgarter durch eine straffe defensive Organisation um den überragenden Ulreich und gefälliges Konterspiel am Ende verdienten, nun wieder den Atem der Verfolger – das Rennen um einen der drei sicheren Plätze für die Champions League wird ab sofort an Schärfe deutlich zunehmen.

Vor allem Dortmunds Offensive, wo bis auf Mario Götze alle Akteure blass blieben, macht Sorgen. „Im letzten Drittel des Spielfeldes“, gestand Klopp, „fehlt uns etwas die Klarheit.“ So müsse man damit leben, „dass sich ein Unentschieden in einem Heimspiel manchmal wie eine Niederlage anfühlt.“ Mats Hummels haderte mit seiner vergebenen Großchance und „liegen gelassenen Punkten. Wir müssen unsere Aufgaben erledigen, so einfach ist das.“ Vielleicht, meinte er noch, könne man sich ja im Rückspiel revanchieren. „Obwohl, wenn ich wetten müsste, würde ich auf Unentschieden setzen.“

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