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BVB im siebten Spiel binnen 23 Tagen

Gegen Wolfsburg

Damit hatte Jürgen Klopp (44) nicht gerechnet. Dass sein Mittelfeld-Juwel Mario Götze (19) vor wenigen Tagen in einem Boulevard-Interview betont hatte, ab sofort jedes Jahr in der Champions League spielen zu wollen, löste in der vergangenen Woche eine mediale Lawine aus.

DORTMUND

von Von Sascha Fligge

, 04.11.2011
BVB im siebten Spiel binnen 23 Tagen

Stark im Luftduell: Dortmunds Neven Subotic.

Klopp las den Artikel und fand jene Zeilen, an denen sich die Öffentlichkeit rieb, nach eigener Aussage „anfangs nicht“. Nachdem man ihn schließlich mit der Nase darauf gestoßen hatte, reagierte Borussia Dortmunds Trainer in aller Deutlichkeit.

„Mario und sein Berater haben mir versichert, dass es keine Bestrebungen gibt, den BVB zu verlassen“, sagte er und holte zur Schelte aus. Journalisten hätten – so Klopp sinngemäß – 500 Textstellen, in die Götze seine Zuneigung zum BVB gegossen hatte, überlesen und stattdessen aus einer Fußnote ihre Aufmacher gestrickt. „Wenn weiter so spekuliert wird“, sagte Klopp ohne Indizien dafür zu liefern, wie ernst er es meint, „werde ich die Jungs anweisen, vier Wochen nicht mit der Presse zu sprechen.“ Noch dürfen sie in Dortmund sprechen. Und nach dem ersten Sieg in ihrer Champions-League-Gruppe (1:0 gegen Piräus), der half, den deutschen Rückstand auf Spanien in der UEFA-Fünfjahreswertung auf 2,714 Punkte zu verringern, reden die BVB-Profis sogar besonders gern. „Wir sind in einer wirklich guten Verfassung“, sagt etwa Neven Subotic.

Der VfL Wolfsburg, am Samstag ab 15.30 Uhr Gast im Signal Iduna Park, wird auf eine Borussia treffen, die in der Liga zuletzt 13 von 15 möglichen Punkten (14:2 Tore) geholt hat. „Die Defensive“, sagt Subotic, „ist wieder unsere Stärke. Natürlich wollen wir attraktiven Fußball spielen, aber Stabilität hat Vorrang.“ Auch, weil man sich in Dortmund um das zarte Pflänzchen Stabilität sorgt, hat Sturm-Rekonvaleszent Lucas Barrios schlechte Karten. „Lucas ist ein herausragender Stürmer, aber wir müssen dafür sorgen, dass das große Ganze funktioniert und am laufen bleibt“, sagt Klopp: „Es ist eine Gratwanderung, ihm Praxis zu geben und doch Konstanz im Spiel zu haben.“

Auch am Samstag wird statt Barrios der Pole Robert Lewandowski beginnen, was nicht verwundert, wenn man bedenkt, dass der 23-Jährige in den jüngsten fünf Liga-Partien fünf Tore erzielt hat. Klopp gibt zu: „Lucas ist hundertprozentig fit. Das ist eine schwierige Situation für ihn!“ Vor dem Duell gegen defensiv zuletzt anfällige Wolfsburger kündigt der Trainer an, seine Startelf, „ein bisschen“ zu verändern. Offen ist, ob Moritz Leitner (Klopp: „Ihm fließt Spaß aus den Ohren“) den ins Training zurückgekehrten Sven Bender ersetzen muss und ob Kevin Großkreutz oder Ivan Perisic die linke Bahn bearbeiten wird.

Vor dem Anstoß salben beide Klubs den Gegner mit Lob und Anerkennung. „Der BVB überzeugt mit einem geschlossenen Spiel nach vorn, an dem sich alle beteiligen. Aber auch in der Rückwärtsbewegung macht jeder Einzelne, ob er nun Götze oder Kagawa heißt, mit“, schwärmt Wölfe-Trainer Felix Magath. In dessen harter Hand vermutet Neven Subotic offenbar den Hauptgrund dafür, dass sich der VfL im Signal Iduna Park stärker präsentieren könnte als vor einer Woche gegen Berlin (2:3). „Wir müssen uns auf das Schlimmste vorbereiten“, meint der Serbe: „Die Wolfsburger haben bestimmt keine Lust auf Drei-Stunden-Training in der nächsten Woche!“

Der BVB hat große Lust. Auf einen Sieg gegen Wolfsburg – natürlich. Aber sicher auch darauf, die mit fünf Punkten Vorsprung führenden Münchner Bayern bald einzuholen. Ob sich die Chancen darauf durch Bastian Schweinsteigers Schlüsselbeinbruch vergrößert haben? Darüber mag kein Borusse spekulieren! „Das sind immer noch die Bayern, sie haben die Qualität, Schweinsteiger zu ersetzen“, sagt Subotic. Klopp („Es tut mir unendlich leid für Bastian“) pflichtet ihm bei. „Wer Arjen Robben am Mittwoch mit Mütze auf der Tribüne hat sitzen sehen , muss davon ausgehen, dass er die Mütze bald absetzt und wieder spielt. Dann wird Kroos nach hinten gezogen, Müller rückt in die Mitte und Robben nach rechts. Ich habe ehrlich gesagt schon von größeren Problemen gehört, die ein Trainer im Leben haben kann. Am 19. November werden München und Dortmund in der Allianz Arena aufeinander treffen. Am Samstag, aber erst ab 17.25 Uhr, dürfen die Borussen einen Gedanken daran verschwenden.    

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