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BVB lässt Punkte liegen

0:0 gegen Stuttgart

Heimspiele gegen den VfB Stuttgart bleiben für Jürgen Klopp weiter kein Vergnügen. Am Samstag reichte es für Borussia Dortmund zum vierten Mal in Serie daheim gegen die Schwaben nur zu einem Unentschieden. Diesmal endeten die 90 Minuten mit einem 0:0.

DORTMUND

von Von Dirk Krampe

, 03.11.2012
BVB lässt Punkte liegen

Sebastian Kehl geht nach Foul von Raphael Holzhauser verletzt vom Platz. Foto: dpa

Nach acht Toren und etlichen nicht genutzten Torchancen beim 4:4 am 30. März erfüllte sich die Hoffnung der 80645 Zuschauer im ausverkauften Signal Iduna Park auf ein erneutes Spektakel nicht – zwar kämpften beide Teams mit offenem Visier, Chancen hüben wie drüben entsprangen allerdings zumeist Defiziten im Defensivverhalten.

Die Stuttgarter, mit dem Rückenwind von zwei Liga-Siegen in Serie nach Dortmund angereist, versteckten sich auf einem durch den Dauerregen des Vormittags rutschigem Geläuf wahrlich nicht. Gentners Schuss (2.) war ein erstes Signal, dass die Schwaben durchaus ihre Chance suchen wollten – nach Gündogans Replik auf der Gegenseite hätte Martin Harnik bei einer Direktabnahme die Führung für den VfB erzielen können – sein Risikoschuss ging über das Gehäuse von Roman Weidenfeller (8.).  Der muntere Beginn fand in einem Abseitstreffer von Mats Hummels (9.) und einem schönen Solo mit Rechtsschuss des ansonsten vor der Pause sehr blassen Reus seine Fortsetzung.

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Fußball-Bundesliga: BVB - VfB Stuttgart

Eindrücke von der Bundesliga-Partie gegen den VfB Stuttgart im Signal-Iduna-Park.
03.11.2012
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Große Diskussion nach dem Foul: Während Raphael Holzhauser bei Schiedsrichter Felix Zwayer Schadensbegrenzung betreibt, liegt Sebastian Kehl verletzt am Boden.© dpa
Mats Hummels hilft dem verletzten Sebastian Kehl auf die Beine. Wenn man genau hinsieht, kann man die Schwellung unter dem Auge schon erkennen.© dpa
Handfester Einsatz von Robert Lewandowski gegen Serdar Tasci.© DeFodi
Sven Bender auf der Tribüne - gemeinsam u.a. mit Hans-Joachim Watzke.© DeFodi
Unter dem linken Auge ist es geschwollen - in der 18. Minute verlässt Sebastian Kehl den Platz.© DeFodi
Robert Lewandowski im Zweikampf mit Serdar Tasci.© DeFodi
Es geht nicht mehr: Sebastian Kehl wird ausgewechselt.© DeFodi
Vereinsarzt Dr. Markus Braun nimmt Kehl in Empfang.© DeFodi
Arthur Etienne Boka will hier Mario Goetze den Ball wegspitzeln.© DeFodi
Jürgen Klopp ist außer sich nach dem rüden Foul an Sebastian Kehl. Er redet hier auf Bruno Labbadia ein.© DeFodi
Marcel Schmelzer sperrt hier den Ball gegen Gotoku Sakai, der hier alles versucht.© dpa
Marcel Schmelzer setzt sich gegen Raphael Holzhauser (l) und Gotoku Sakai durch.© dpa
Vorsicht mit der Zunge: Mario Götze ist hier vor Christian Gentner am Ball.© dpa
Das ging schlimm ins Auge. Nach einem Ellenbogen-Check von Raphael Holzhauser muss Sebastian Kehl verletzt vom Platz. Das linke Auge musste im Krankenhaus geröntgt werden.© dpa
Schlagworte BVB

Dann aber fällte Stuttgarts kantiger Mittelfeldspieler Raphael Holzhäuser im Kopfballduell mit dem Ellenbogen Dortmunds Kapitän Sebastian Kehl – der blieb benommen liegen. Als Teamarzt Dr. Markus Braun sofort das Zeichen zur Auswechslung gab, war es mit der Beherrschung von Jürgen Klopp an der Seitenlinie vorbei. Dortmunds Trainer lieferte sich ein heftiges Wortgefecht mit der Stuttgarter Bank, schnappte sich auch den vierten Offiziellen und ließ sich kaum beruhigen.

Schiedsrichter Felix Zwayer bestrafte die üble Attacke mit einer gelben Karte  - was Sportdirektor Michael Zorc auf die Palme brachte. Der Spielfluss war nach der Zwangsunterbrechung dahin, die Atmosphäre an der Seitenlinie vergiftet – zumal sich auch noch Kvist nach einem harten Einsteigen gegen Lewandowski Gelb abholte. Dortmund suchte Struktur in seinem Spiel. In der offensiven Dreierreihe suchten die Außen Kevin Großkreutz und Reus vergeblich die Bindung zu den Nebenleuten, im Sturm hing Robert Lewandowski weitgehend in der Luft.

Die beste Gelegenheit hatte der BVB dann nach einer Ecke von Reus, als die Kugel Mats Hummels vor die Füße fiel. VfB-Keeper Sven Ulreich lenkte den Ball reaktionsschnell an die Unterkante der Latte, den Abpraller köpfte Hummels in Richtung VfB-Tor, wo Arthur Boka auf der Linie zum Retter wurde. Vor der Ecke übersah Zwayer freilich ein klares Foulspiel von Marcel Schmelzer an Gotoku Saki (29.). Doch auch Stuttgart blieb offensiv gefährlich, als Traore, der Schmelzer einige Probleme bereitete, scharf nach innen flankte, ließ Weidenfeller den Ball nach vorn abprallen – direkt in die Füße des verdutzten Ibisevic. Die Kugel rollte am Dortmunder Tor vorbei (45.).

Stuttgart hatte nach Flanke von Boka und Ibisevics Kopfball direkt nach der Pause eine weitere Chance, spielte gegen einen BVB, bei dem offensiv vieles Stückwerk blieb, die Konter aber zu schlecht aus. Jürgen Klopp setzte angesichts der fehlenden Akzente im Offensivspiel auf einen ehemaligen Stuttgarter und brachte für Kevin Großkreutz (56.) Julian Schieber. Der hätte nach Reus‘ Traumpass frei vor Ulreich treffen müssen (60.).

Eine Führung  wäre zwar nicht unbedingt verdient gewesen, hätte aber vieles vereinfacht – so blieb dem BVB nur der schwere Weg. Mit Schieber in der Spitze, Lewandowski auf der Zehn und den Außen Reus und Götze suchte Dortmund nach der einen Lücke, der einen zündenden Idee. Stuttgart wartete hingegen auf den einen Konter – der eröffnete sich den Schwaben, als Harnik einen langen Ball per Kopf verlängerte und Hummels Ibisevic nicht energisch genug den Raum zustellte. Plötzlich war der Bosnier frei vor Weidenfeller, der aber lang genug stehen blieb und parierte (74.).

Auch Traore tauchte gegen die bisweilen abenteuerlich verteidigende Dortmunder Innenverteidigung noch vor Weidenfeller auf, es blieb ein durchwachsener Auftritt des BVB, in die unverminderten Anfeuerungsrufe mischten sich auch einige Pfiffe. Dortmund versuchte alles und hatte durch einen tollen Drehschuss von Robert Lewandowski noch eine letzte große Chance: Der Ball klatschte vernehmlich an die Latte (89.). Auch die Nachspielzeit verstrich dann ohne Treffer.

Borussia Dortmund - VfB Stuttgart 0:0

Borussia Dortmund: Weidenfeller - Piszczek, Subotic, Hummels, Schmelzer - Gündogan, Kehl (20. Leitner) - Reus (78. Perisic), Götze, Großkreutz (58. Schieber) - Lewandowski

VfB Stuttgart: Ulreich - Sakai, Tasci, Niedermeier, Boka - Kvist - Harnik, Gentner, Holzhauser (70. Kuzmanovic), Traoré (88. Okazaki) - Ibisevic (90.+2 Maza)

Schiedsrichter: Felix Zwayer

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