Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Zurück zum Spaßfußball

BVB zerlegt überforderten VfL Wolfsburg

DORTMUND Was auch immer Borussia Dortmunds Fußballer am Samstag mit dem Ball anstellten, es hatte Hand und Fuß. Beim BVB, der einen heillos unterlegenen VfL Wolfsburg mit 5:1 (2:0) vor 80 720 Fans aus dem ausverkauften Signal Iduna Park schoss, ist der Spaßfußball endgültig zurück. Für die bajuwarische Konkurrenz im Süden der Republik ein Alarmzeichen.

BVB zerlegt überforderten VfL Wolfsburg

Dortmunder Spaßgesellschaft: Fünf Treffer bejubelten die Hausherren bei ihrem grandios herausgespielten Sieg gegen einen hoffnungslos überforderten VfL Wolfsburg.

Gut 30 Minuten nach dem Abpfiff: Dortmunds Trainer Jürgen Klopp (44), dem nur die schwere Gesichtsverletzung vom noch am Abend operierten Innenverteidiger Neven Subotic (22) aufs Gemüt schlug, rührte genüsslich im Kaffee. Neben ihm auf dem Podium im Presseraum verzichtete Teeliebhaber Felix Magath freiwillig auf das wärmende Getränk. Der Kick seiner Elf war ihm offenbar auf den Magen geschlagen.

Magath, der seine 200. Niederlage als Bundesliga-Trainer hinnehmen musste, war bedient: „Nach dem 1:2“, ätzte er, „haben wir nicht mehr nach hinten verteidigt. Das war eine Einladung für Dortmund.“ Die Hilflosigkeit seiner Elf und krasse Unterlegenheit in allen Mannschaftsteilen ließ bei ihm nur einen Schluss zu. „Dem ein oder anderen mangelt es an Qualität.“ Ein vernichtendes Urteil.Die Diskrepanz zwischen beiden Teams in punkto Spielfreude, Dynamik in der Balleroberung und zielstrebigem Umschaltverhalten nach Ballgewinn hätte größer nicht sein können. Spätestens nach dem 3:1, das der ins Team zurückgekehrte Sven Bender per Kopf erzielte (61.) und das die kurze Phase der Unaufmerksamkeit sofort beendete, die den einzigen Wolfsburger Treffer durch Hleb (59.) begünstigte, berauschte sich der BVB an seiner Spielkunst.

Schon beim ersten Tor durch Mario Götze und auch beim mustergültigen Konter zum 2:0 hatte Dortmund Fußball zelebriert. Angetrieben von Götze, der auf der rechten Seite nicht zu stoppen war, und einem Shinji Kagawa, dessen Formkurve wieder steil nach oben zeigt, zerlegte der BVB in den letzten 30 Minuten dann die pomadige und löchrige Abwehr der Niedersachsen in ihre Bestandteile. Robert Lewandowskis 4:1 ging ein Traumpass von Kagawa voraus, es hätte noch weit schlimmer kommen können für die Gäste als nur der letzte Treffer zum 1:5, den erneut Götze erzielte. Es war ein Hochgenuss, dieser Dortmunder Mannschaft zuzusehen. „Ab einem gewissen Moment“, gestand auch Klopp begeistert, „war es ein Spiel zum Genießen.“

Im dritten Heimspiel in Serie lebte die junge Dortmunder Mannschaft ihre unbändige Spielfreude aus. 14:1 Tore und neun Punkte resultieren aus den Siegen gegen Augsburg (4:0), Köln (5:0) und Wolfsburg (5:1). 16 Punkte holte Dortmund aus den vergangenen sechs Bundesliga-Spielen und ist nun wieder „Bayern-Jäger“ Nummer eins. Doch davon will beim BVB niemand etwas wissen. „Diesen Anteil an Schwachsinn“, meinte Klopp, „gibt es in unserem Selbstvertrauen nicht.“

Fußball-Bundesliga: BVB - VfL Wolfsburg

Lukasz Piszczek (r.) im Zweikampf mit Josue.
Robert Lewandowski (r.) im Luftduell mit Chis.
Kevin Großkreutz (l.) behauptet den Ball gegen Christian Träsch.
Mario Götze (r.) freut sich mit Shinji Kagawa über seinen Treffer zum 1:0.
Ein beeindruckendes Bild: Die Dortmunder Fans spannen vor Spielbeginn ein Banner auf.
BVB-Trainer Jürgen Klopp bedankt sich nach dem Spiel bei den Fans.
Auch Robert Lewandowski trug sich erneut in die Torschützenliste ein.
Applaudiert seiner Mannschaft: Jürgen Klopp.
Sven Bender (r) stoppt Chris.
Kevin Großkreutz (oben) feiert den Treffer zum 3:1 durch Sven Bender (verdeckt) mit seinen Mannschaftskollegen.
Kevin Großkreutz (l.) im Kopfballduell mit Hasan Salihamizic.
Shinji Kagawa (l.) trifft zum 2:0. Wolfsburgs Torhüter Diego Benaglio ist ohne Chance.
Mario Götze (M.), Moritz Leitner (l.) und Shinji Kagawa bejubeln den Dortmunder Treffer zum 1:0.

Wie unerschütterlich dieses Vertrauen in die eigene Stärke mittlerweile ist, dokumentierte erneut auch der junge Moritz Leitner (18), dessen erfrischende Spielweise beim BVB und in den U-Mannschaften des DFB nun auch Bundestrainer Joachim Löws Aufmerksamkeit geweckt haben soll. Wer weiß, wohin das noch führt...

Subotic, dessen zertrümmerte Gesichtsknochen mit drei Platten stabilisiert wurden, stellte Sonntag, am Tag nach seiner OP, ein selbst geschossenes Foto via Facebook ins Internet und kommentierte bissig: „Ich sehe aus wie Quasimodo!“ Seinen Humor hat der Serbe nicht verloren. Der Rest der Hinrunde wird dennoch ohne Subotic stattfinden, und das war vor dem Liga-Hit in München, der nach der Länderspielpause ansteht, die einzig schlechte Nachricht.

Anzeige
Anzeige