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Barrios schießt BVB in Richtung Europa

3:2 in Nürnberg

NÜRNBERG Borussia Dortmund hat am Samstagnachmittag im Frankenland einen großen Schritt Richtung internationales Geschäft gemacht. Der BVB siegte beim 1. FC Nürnberg hochverdient mit 3:2 (1:1) – gewinnt der Hamburger SV am Sonntag nicht bei 1899 Hoffenheim, ist die Dortmunder Qualifikation für die Europa League perfekt.

von Von Dirk Krampe

, 24.04.2010
Barrios schießt BVB in Richtung Europa

Lucas Barrios (l.) und Kevin Großkreutz freuen sich über Barrios' Treffer zum 1:0.

Während Jürgen Klopps Team den Blick nun nach oben richten kann und weiter nur einen Zähler Rückstand auf Platz drei hat, schwebt der „Club“ mehr denn je in akuter Abstiegsgefahr. Für den BVB traf  Lucas Barrios nach vier Spielen Torflaute gleich dreifach, die Nürnberger glichen zwischenzeitlich durch Mike Frantz aus. Eiglers 2:3-Anschlusstreffer kam für die Franken zu spät. 20 Minuten lang erweckte die Partie eher den Eindruck eines Sommerkicks zwischen zwei Klubs im Niemandsland. Es ging hoch, es ging lang, es ging quer, nur konstruktiv gestalteten beide Teams ihre Angriffe nicht. Dortmund, im bewährten Defensivverbund, hatte keine Mühe mit vielen hohen Nürnberger Bällen in den eigenen Strafraum, die zumeist eine sichere Beute der kopfballstarken Neven Subotic und Mats Hummels wurden.  Auf dem Weg nach vorn aber blieb auch beim BVB vieles schon im Ansatz stecken. Dazu gesellten sich Unterbrechungen nach Foul an Jakub Blaszczykowski und Nürnbergs Pinola, die minutenlang behandelt werden mussten. Bevor die Partie in großer Langeweile und Trostlosigkeit zu versinken drohte, sorgte an der Nürnberger Torauslinie eine Attacke von Pinola gegen Blaszczykowski für Aufregung. Nürnbergs Argentinier regte sich über den Freistoß-Pfiff von Schiedsrichter Knut Kircher fürchterlich auf – Gelb für Pinola und 60 Sekunden später das 1:0 für den BVB waren die Folge. Nuri Sahin zirkelte den Freistoß zentimetergenau auf den Kopf von Lucas Barrios, der nach 416 Minuten seine Torflaute beendete (27.).

An der Führung hatte der BVB nur 180 Sekunden lang Freude – Diekmeiers langer Ball flog erst an Marcel Schmelzer und Mats Hummels vorbei, dann sah Neven Subotic gegen den stärksten Nürnberger Mike Frantz nicht gut aus. Allerdings spitzelte ausgerechnet Hummels den Ball in den Laufweg des Nürnbergers  – gegen den Linksschuss des 23-Jährigen war Roman Weidenfeller dann machtlos (30.).   Die beiden Treffer halfen der Partie nur kurz auf die Beine. Es blieb ein zerfahrenes Spiel, in dem Weidenfeller aufmerksam Bunjakus Kopfball entschärfte, der sich zuvor nach einer weiten Bogenlampe von Andreas Ottl mit einem leichten Schubser Platz gegen Subotic verschafft hatte (38.). Auf der Gegenseite vertändelte Barrios unentschlossen eine gute Schuss-Chance (41.). Zur Pause verzeichnete der unter Abstiegsdruck stehende FCN zwar 57 Prozent Ballbesitz, zwingende Szenen hatten aber Seltenheitswert. Dortmund untermauerte seine internationalen Ambitionen bis hierhin zu selten – zu sehr standen Sicherheitsaspekte im Vordergrund. Mit der Hereinnahme von Tamas Hajnal für den angeschlagenen Sven Bender deutete Trainer Jürgen Klopp den Willen zu mehr offensiven Impulsen und den Wunsch nach mehr Ballkontrolle nach der Pause an.

Gefahr aber entwickelte sich zunächst weiter nur aus Standards: Wieder ein Sahin-Freistoß, diesmal Hummels per Kopf – der Ball strich am Nürnberger Tor vorbei (50.). Und Nürnbergs große Probleme bei hohen Bällen hätte Subotic fast mit dem 2:1 für Dortmund bestraft. Schäfer rettete mit einer Glanztat auf der Linie (57.). Kurz zuvor war auf der anderen Seite Weidenfeller bei einem Drehschuss von Choupo-Moting auf dem Posten (54.). Das es aus dem Spiel doch noch geht, zeigte der BVB dann zehn Minuten später: Traumpass von Nuri Sahin, Barrios vor Schäfer eiskalt - 2:1 für Dortmund, das nun das Geschehen klar bestimmte (63.). Den Gastgebern fiel danach zunächst nicht mehr viel ein – hohe Bälle gegen die kopfballstarke BVB-Innenverteidigung blieben ein untaugliches Mittel. Und anders als gegen Hoffenheim legte der BVB diesmal nach: perfekter Pass von Kevin Großkreutz auf Sahin, der zunächst noch an Schäfer scheitert. Im Nachsetzen ist wieder "Panther" Barrios mit purer Energie zur Stelle: 3:1, Barrios dritter Treffer und die Vorentscheidung.

Ohne Zittern aber ging es nicht für den BVB: Bunjaku vergab aus spitzem Winkel (80.), dann verkürzte der eingewechselte Eigler zum 2:3 (84.). Für sechs Minuten keimte beim Club noch einmal Hoffnung auf. Letztlich überstand der BVB auch die dreiminütige Nachspielzeit unbeschadet und freute sich nach Spielschluss vor den 7000 mitgereisten Fans. Der Traum von der Rückkehr auf die europäische Bühne kann schon am Sonntag Realität werden.