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Die Quote macht Klopp besonders

Rückkehr eines Speziellen

DORTMUND Wer wolle, so schrieb die Financial Times am Freitag, der könne die Bundesliga als inzestuöse Veranstaltung sehen: „Da touren die immer gleichen Trainer durch die immer gleichen Klubs und treffen an den Spieltagen immer wieder auf Teams, die sie selbst mal trainiert haben.“

von Von Sascha Fligge

, 10.04.2010
Die Quote macht Klopp besonders

Ehemalige Mainzer unter sich: Jürgen Klopp (l.) und Mohamed Zidan.

Bei manch einem Exemplar der Gilde ist es fast schon eine Geschichte wert, wenn mal kein Ex-Klub im Weg steht. Felix Magath ist so ein Fall. In Hamburg saß er schon auf der Bank. Und auch in Nürnberg, Bremen, Frankfurt, Stuttgart, München, Wolfsburg, Schalke. Die Wahrscheinlichkeit, dass Magath an einem x-beliebigen Bundesliga-Wochenende auf einen seiner früheren Arbeitgeber trifft, liegt zurzeit bei exakt 41,17 Prozent. Borussia Dortmunds Trainer Jürgen Klopp (42) kehrt am Samstag (15.30 Uhr) an seine ehemalige Wirkungsstätte, den Mainzer Bruchweg, zurück. Seit Tagen schon wird er gefragt, ob diese Partie für ihn „eine ganz besondere“ sei. Offenbar nervt die Schallplatte ziemlich. BVB-Pressechef Josef Schneck jedenfalls leitete die Pressekonferenz am vergangenen Donnerstag mit der süffisanten Bemerkung ein, ehe jemand fragt, wolle er schon mal antworten: „Ja, es ist ein ganz besonderes Spiel für den Trainer. Natürlich!“

Schneck hat Recht. Und dass es so ist, liegt an der Quote. Magaths 41-prozentigem Ex-Klub-Destillat hält Klopp schlappe 5,88 Prozent entgegen. Schließlich war Mainz seine einzige Trainerstation vor der in Dortmund. 18 Jahre arbeitete er als Aktiver (325 Spiele/52 Tore) und als Coach bei diesem Klub, den er 2004 in die Bundesliga führte. „Klopps Anteil daran, dass der FSV erstligawürdig ist“, sagt BVB-Manndecker Neven Subotic (21) – ebenfalls ein ehemaliger Mainzer – „ist riesengroß. Das vergessen die Fans dort nicht!“ Vor wenigen Tagen recherchierte ein Mainzer Journalist in Sachen Klopp beim BVB. Er fragte Berufskollegen und Mitarbeiter der Borussen-Geschäftsstelle, was sich denn in Dortmund verändert habe unter diesem Trainer. Die Essenz trug letztlich den Titel „Auch beim BVB heißt der Star Klopp“. „Auch“, weil er es eben in Mainz schon war – der Star. Und irgendwie sowieso im ganzen Bundesland. Bei der Wahl der größten 100 Rheinland-Pfälzer hat Jürgen Klopp einst Rang 10 belegt. Geschlagen immerhin von Buchdrucker Johannes Gutenberg, FCK-Legende Fritz Walter und Ex-Bundeskanzler Helmut Kohl.

Klopp zurück in Mainz – das ist die Geschichte, die heute geschrieben wird. Der Trainer wird sie noch spät am Abend im ZDF-Sportstudio erzählen. „Dieses Spiel ist für mich etwas Besonderes“, sagt er. Und: „Es würde ja gar nichts bringen, das zu bestreiten.“