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Dolls scharfe Kritik

DORTMUND Hinter Sebastian Kehl (27) liegt eine Woche der Rückschläge. Erst kassierte seine Dortmunder Borussia zum Bundesliga-Start eine ernüchternde 1:3-Pleite gegen Aufsteiger Duisburg, dann reagierte das operierte Knie auf die Belastung. Mit einer Reizung.

von Von Sascha Fligge

, 15.08.2007
Dolls scharfe Kritik

Trainer Thomas Doll schimpft: „Mich hat es maßlos geärgert, wie wir gegen Duisburg aufgetreten sind!“

Kehl muss seine nächsten Einsätze deshalb sorgsam dosieren und kann die Chance, am 22. August ins Aufgebot der deutschen Nationalmannschaft für das Länderspiel in England zurückzukehren, nicht nutzen.

Auf Grund der Ausfälle von Torsten Frings und Tim Borowski (Bremen) wäre der Dortmunder nach Informationen unserer Zeitung nominiert worden, signalisierte Bundestrainer Joachim Löw aber „wegen meines Fitnessstandes“, dass er nicht zur Verfügung stehe. Zuletzt war Kehl am 8. Juli bei der WM 2006 im Spiel um Platz 3 gegen Portugal (3:1) für Deutschland aufgelaufen. Sein Einsatz im Derby auf Schalke, betonte Pressechef Josef Schneck gestern, sei „zurzeit nicht gefährdet“. Kehl: „Ich hoffe, am Donnerstag oder Freitag wieder ins Mannschaftstraining einsteigen zu können.“

Rückschlag für Frei

Einsatzbereit sollen am Samstag auf jeden Fall Nelson Valdez (Bänderdehnung im Knöchel) und Marc Kruska (Wadenprellung) sein. Dagegen musste Torjäger Alexander Frei nach seinem 77-Minuten-Comeback im Test bei der DJK Greven (8:0) den nächsten Rückschlag einstecken. Gestern musste er das Training mit Verdacht auf Muskelfaserriss abbrechen. Heute folgt die Kernspintomographie.

Für den Ruhrpott-Schlager fordert BVB-Trainer Thomas Doll, „dass wir wieder mehr Power in unsere Aktionen bekommen. Das geht nur über Zweikämpfe oder aggressives Anlaufen. Wir müssen auch darauf vorbereitet sein, dass wir in Schalke nicht mit offenen Armen erwartet – und niedergebrüllt werden“.

Dem Kicker Sportmagazin erklärte Doll, er werde in personeller Hinsicht jetzt „nicht alles über den Haufen werfen“, nahm allerdings erstmals Einzelspieler öffentlich in die Pflicht. So solle der gegen Duisburg an allen Gegentoren beteiligte Robert Kovac „sehr konzentriert arbeiten, um die Leistung zu bringen, mit der er sich in (...) Europa einen Namen als knallharter, hoch konzentrierter Innenverteidiger gemacht hat“. Rechtsverteidiger Philipp Degen bekam mit auf den Weg: „Er hat immer mal wieder klasse Aktionen, aber ihm fehlt die letzte Überzeugung, mal am Gegenspieler vorbeizugehen und selbst torgefährlich zu werden. Er darf nicht mit einem gewonnenen Laufduell zufrieden sein.“

Zum kleinen Kreis der nach dem Duisburg-Spiel nicht Abgestraften gehört Linksverteidiger Dede. Der 29-Jährige wird am Samstag einen Rekord aufstellen und Giovanne Elber als Brasilianer mit den meisten Bundesligaspielen ablösen: Das Derby wird Dedes 261. Einsatz sein. Er sagt: „Elber hat mir schon vor Jahren prophezeit: ‚Wenn mich einer ablöst, dann du.“

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