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Dortmund klaut sich selbst Platz drei

1:1 gegen Hoffenheim

DORTMUND Zwei Minuten fehlten Borussia Dortmund am Sonntag zum ersten Sprung auf einen Champions League-Platz seit 596 Tagen! Ein Treffer von Vedad Ibisevic (89.) stürzte den Klub aus der Euphorie in die Apathie. Der BVB rutschte als Konsequenz ab auf Rang fünf. Die nächste Hiobsbotschaft könnte die Borussia am Montag aus dem Krankenhaus erreichen.

von Von Sascha Fligge

, 18.04.2010
Dortmund klaut sich selbst Platz drei

Enttäuschung herrschte bei den BVB-Profis (v.l.) Dede, Subotic, Valdez und Feulner nach dem späten Hoffenheimer Ausgleich.

„Das Unentschieden fühlt sich total ungerecht an. Wir wurden für unseren einzigen Fehler bestraft. Ein richtig mieses Gefühl“, sagte Dortmunds Trainer Jürgen Klopp, als alles vorbei war. Torhüter Roman Weidenfeller stürmte wütend in die Kabine und sorgte dort für den Lärmpegel eines startenden Düsenjets.   120 Minuten zuvor war in Deutschlands Fußballoper noch ein Rührstück inszeniert worden: Die Fans auf der Südtribüne brachten dem ins zweite Glied abgerutschten Publikumsliebling Dede, der nur wegen Marcel Schmelzers Sperre zum ersten Mal seit dem 8. November 2009 in Borussias Startelf stand, inbrünstig ein Ständchen zum 32. Geburtstag. Dede, seit 1998 beim BVB und längst „eingedeutscht“, stand das Wasser in den Augen wie selten zuvor.

  Alle personellen Pläne, die Klopp für das Hoffenheim-Duell entwickelt hatte, warf das Spiel binnen 27 Minuten gnadenlos über den Haufen. Sowohl Nuri Sahin (18., Nasenbeinbruch nach Salihovics Ellenbogenschlag) als auch Mohamed Zidan (27., Verdacht auf Kreuzbandriss im rechten Knie) mussten früh das Feld verlassen. Borussias zentrale Achse – ein Fall für die Notaufnahme.   Tamas Hajnal und Nelson Valdez kamen ins Spiel gegen Hoffenheimer, die die Kampfzone im Mittelfeld eng machten, einzig den agilen Jakub Blaszczykowski nicht in den Griff bekamen und mitunter überhart zur Sache gingen (wie Luiz Gustavo, der gegen Valdez nachtrat/38.). Die durch Blaszczykowski eingeleiteten Chancen von Lucas Barrios (10.) und Kevin Großkreutz (15.) konnte der BVB nicht nutzen – 0:0 zur Halbzeit vor 80.100 Zuschauern.   Borussia Dortmund am Sonntag: ein Opfer schwerer Verletzungen – und zu Beginn der zweiten Hälfte auch das Opfer einer Fehlentscheidung: Barrios‘ „Tor“ nach Hajnals Ecke (es wäre der 16. Treffer des Argentiniers gewesen) verweigerte Schiedsrichter Wolfgang Stark wegen einer angeblichen Abseitsstellung die Anerkennung. Zu Unrecht – eine Zentimeter-Entscheidung (47.).

Zehn Minuten später war der Fall viel klarer: Nach einem von Hajnal wunderschön eingeleiteten Konter bediente Kevin Großkreutz von der linken Bahn aus präzise Nelson Valdez – und der Paraguayo traf per Kopfballaufsetzer ins Netz. Sein fünftes Tor in dieser Saison, das erste seit dem 20. Februar. Hoffenheim, defensiv deutlich stabiler als zuletzt, blieb ohne jede Torchance. Bis zur 89. Minute: Ballverlust Tamas Hajnal im Mittelfeld, Mats Hummels ist im Duell mit Ibisevic irgendwie beteiligt – 1:1 (89.). Ibisevic bekommkt später das Tor von der DFL offiziell zugesprochen. Für den BVB heißt das: Platz fünf statt Platz drei, Zittern um die Europa League-Qualifikation statt millionenschwerer Champions League-Traum. Dortmunds Sonntag war wie ein Ritt auf der Rasierklinge. Einer ohne Happy-End. „Ich habe einen Fehler gemacht“, stammelte Hajnal, „und für den habe ich mich bei der gesamten Mannschaft entschuldigt.“